Kommentar: Aalglatte Angelegenheit

Kommentar : Aalglatte Angelegenheit

Ob Aal schmeckt, darüber darf gestritten werden. Dass die Fische zum Rhein gehören wie Loreley und Drachenfels, daran besteht kein Zweifel. Doch der Mensch hat es geschafft, dass es der Aal im Rhein nicht mehr ohne selbigen schafft.

Die Liste der für die starke Gefährdung des Bestandes verantwortlichen Gründe ist lang: Umweltverschmutzung, Überfischung der Jungbestände, Klimaveränderungen, Krankheiten, Parasiten und Fressfeinde. Und: Ein natürlicher Aufstieg der Aale von den Küsten in die Binnengewässer findet kaum mehr statt, so dass die Bestandserhaltung nur noch durch zusätzlichen Besatz gesichert werden kann. Dass sich SGD Nord und Süd dafür einsetzen, ist eine prima Sache. Dass die Aktionen Geld kosten, na und. Das muss dem Land das Leben im, am und mit dem Fluss wert sein. Und irgendwann werden vielleicht die Aale wie früher zuhauf von selbst ihren Weg in den Strom finden.

Und noch eines zeigte die Aktion: Der Wahlkampf ist vorbei. Noch vor drei Wochen hätte es dabei einen Politiker-Auflauf mit Händeschüttel-Marathon gegeben. Gestern: Fehlanzeige. Gut so, denn so konnten die Experten in Ruhe ihrer aalglatten Angelegenheit nachgehen.