Angebot der Kreisstadt: Ahrweiler Schützen erwägen Kauf der Blankart-Scheune

Angebot der Kreisstadt : Ahrweiler Schützen erwägen Kauf der Blankart-Scheune

Die Kreisstadt hat den Ahrweiler Bürgerschützen die Blankart-Scheune auf der Rausch zum Kauf angeboten. Diese Nachricht machte bei der Hauptversammlung der 702 Mitglieder zählenden Gesellschaft die Runde. "Das will der Verwaltungsrat nicht alleine entscheiden", kündigte Hauptmann Willi Busch im Zunfthaus Forum vor 132 Aktiven an.

Eine Kommission aus Verwaltungsrat und jeweils zwei Vertretern jedes Schützenzuges werde sich Mitte März mit dem Angebot der Stadt auseinandersetzen und über weitere Schritte beraten. "Bei einem Erwerb wird es keine Beitragserhöhungen oder Zwangsumlagen geben", versprach der Hauptmann.

Welchen Kaufpreis sich die Stadt für die Immobilie aus dem 18. Jahrhundert, die mitten in Ahrweilers Altstadt steht, vorstellt, war bei der Jahreshauptversammlung nicht zu erfahren. In Rede steht jedoch seitens des Rathauses ein fünfstelliger Betrag. Die bisher in der Scheune untergebrachte Malschule Roos liebäugelt indes mit dem Einzug in eine Etage des Noch-Stadtmuseums Weißer Turm. Das bestätigte die Stadt dem General-Anzeiger.

Büroleiter Michael Korden: "Da hat Betreiber Kolja Schäfer mehr Platz und die Räume sind heller." Kaufen die Schützen die Blankart-Scheune, könnte dort auch das Schützenmuseum einziehen. Das ist bislang im ersten Stock des Alten Rathauses untergebracht, wo die Sebastianer Untermieter des Heimatvereins Alt-Ahrweiler sind. Bisher haben die Schützen an Eigentum lediglich ihre Weinberge im Ahrweiler Forstberg und in der Bachemer Lage Karlskopf.

Wie Schatzmeister Jürgen Knieps der Versammlung mitteilte, stehen die Schützen derzeit gut da. Auch wenn das Geschäftsjahr 2012 mit einem Minus von 9500 Euro abgeschlossen wurde. Knieps: "Es war ja auch ein Jahr mit großem Schützenfest, wie es nur alle drei Jahre vorkommt." Die Gesellschaft sei gut aufgestellt. Daher könne der Jahresbeitrag für die Mitglieder weiterhin bei 75 Euro bleiben. Die seit nunmehr elf Jahren. Dem stimmte die Versammlung zu. Die Beiträge machen mehr als 70 Prozent der Jahreseinnahmen der mehr als 600 Jahre alten Gesellschaft aus.

Eine gute Stunde lang dauerte die Versammlung, bei der Chronist Peter Diewald einen umfangreichen Rückblick auf das abgelaufene Jahr gab. Vieles lief dabei nach alten Traditionen und ohne große Probleme, so dass sich der Verwaltungsrat an der Spitze der Bürgerschützen eigentlich zurücklehnen könnte.

Die Chefetage tat aber das Gegenteil. Weil die fünf Verwaltungsratssitzungen im Wesentlichen zur Abstimmung der Veranstaltungen und des sonstigen Geschäftsbetriebes der Bürgerschützen genutzt wurden, traf sich das Gremium vor einigen Wochen zusätzlich zu einer zweitägigen Klausurtagung in einem Kloster der Schönstatt-Bewegung, um sich ausführlich mit den vielen grundlegenden Dingen und Fragen der Gesellschaft zu beschäftigen.

Dabei wurde über die Vermögenssituation und -ausrichtung der Gesellschaft, Probleme des historischen Trinkzuges und mögliche Lösungsansätze, organisatorische Fragen, die Zusammenarbeit mit dem geschäftsführenden Vorstand, aber auch über die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Schützengesellschaft diskutiert. Die Ergebnisse sollen sukzessive den Zügen mitgeteilt werden.

Zwar hatte Bürgerschützenkönig Edgar Flohe in seinem Grußwort zu Beginn zu einer lebhaften und konstruktiven Diskussion aufgerufen. Die gezeigte Harmonie dürfte dem Führungsgremium lieb gewesen sein, zumal das Schützenfest vom 25. Mai bis 1. Juni mit großen Schritten naht.