Flüchtlingsnetzwerk Altenahr: Auch Sorgen kommen auf den Tisch

Flüchtlingsnetzwerk Altenahr : Auch Sorgen kommen auf den Tisch

Das Flüchtlingsnetzwerk Altenahr sucht noch Geld- und Lebensmittel-Sponsoren sowie Helfer. Jetzt wurde zu einem gemeinsamen Kochen nur für Frauen eingeladen.

Ein Hauch von weiter Welt ist durch das kleine Bürgerhaus Ahrbrück geweht, als das Flüchtlingsnetzwerk Altenahr zum gemeinsamen Kochen nur für Frauen eingeladen hatte. Lebhaft unterhielten sich Frauen in fremden Sprachen oder auch mit Händen und Füßen, und es duftete nach Knoblauch, Zitrone und unbekannten Gewürzen.

Marlyse aus Berg stand mit Fatima aus Syrien am Herd und erklärte, dass das Gemüse in einem hohen Topf Maloukhia heiße und „so etwas Ähnliches wie Mangold“ sei. Auch Hähnchen und marokkanische Minze finden ihren Weg in den Eintopf. Ein Mal im Monat möchte das Flüchtlingsnetzwerk das gemeinsame Kochen nur für Frauen anbieten und sucht dafür noch Sponsoren für die Lebensmittelbeschaffung.

Das Kochen soll etwa Flüchtlingsfrauen auch Gelegenheit geben, zu zeigen, was sie können. Sonst erhielten diese nach Angaben des Flüchtlingsnetzwerks etwas von den Netzwerk-Helfern wie Rat oder Unterstützung. Beim Kochen könnten sie etwas geben. Das tue ihnen gut und alle genössen das Zusammensein. Dabei ist auch Raum, um über ihre Sorgen und Ängste zu reden, beispielsweise die Sorge um Angehörige in der Heimat oder die Angst, keine Arbeit zu finden. Das Koch-Treffen mit anschließender großer Tafel ist auch eine Informationsplattform: Eine Mutter möchte so gerne, dass ihre halbwüchsigen Kinder schneller Deutsch lernen und fragt, wer Nachhilfe geben kann. In einer anderen Familie häufen sich Augenerkrankungen und es ist die Frage, welche Leistungen Asylbewerbern zustehen.

Eine weitere Aktion des Flüchtlingsnetzwerks der Verbandsgemeinde Altenahr war der Basar mit Sommerkleidung und Spielzeug im Bürgerhaus Kreuzberg. Über die Qualität der gespendeten Shirts, Hosen und Röcke für Kinder sowie Erwachsene freute sich auch Stephanie Mischo vom Team „Haben und Geben“ im Flüchtlingsnetzwerk. Zum zweiten Basar dieser Art seien nicht nur Flüchtlinge, sondern auch andere Menschen gekommen, die knapp bei Kasse sind. Jeder durfte sich aussuchen, was ihm gefiel, und manch einer kam der Bitte nach, sich mit einer Geldspende zu bedanken, denn das Netzwerk benötigt nach eigenen Angaben dringend Geldspenden für Fälle, in denen unbürokratisch Not gelindert werden muss.

Auch ehrenamtliche Helfer sind unbedingt willkommen. Ganz gleich, ob zum Wohnungen einrichten und Möbelschleppen, Sprachunterricht geben, als Begleiter zu Ärzten und Ämtern oder zum Trösten und Ermutigen. Interessierte melden sich bei Gregor Doege, 0152/28694323, E-Mail gregor.doege@bistum-trier.de, www.fluechtlingsnetzwerk-altenahr.de. Wer sich beim Flüchtlingsnetzwerk Altenahr engagieren will, ist zudem eingeladen zum Informationsabend am Dienstag, 26. April, ab 19 Uhr, im Pfarrheim in Altenahr.