Zum Tod von Hans Boes Bauer und Politiker mit Herz

GIMMIGEN · Der Gimmigener Kommunalpolitiker und Landwirt Hans Boes ist im Alter von 73 Jahren verstorben. Er leitete unter anderem den Kreisbauern- und Winzerverband.

 Hans Boes ist am Sonntag im Alter von 73 Jahren gestorben. GAUSMANN

Hans Boes ist am Sonntag im Alter von 73 Jahren gestorben. GAUSMANN

Foto: Martin Gausmann

Der Kreis Ahrweiler hat einen Mann mit Ecken und Kanten verloren: Hans Boes, Bauer und Kommunalpolitiker aus Leidenschaft, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Er hat den Kampf gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Vielen wird er in Erinnerung bleiben als geradliniger Kämpfer für die Sache der Bauern und Winzer, aber auch als Wetterbauer des Südwestrundfunks.

Wenn es um die Interessen seiner Kollegen ging, ließ Hans Boes, als noch in Bonn regiert wurde, „seine“ Traktoren Richtung Bundestag rollen. Denn 34 Jahre lang war er ab 1980 mit viel Herzblut Chef des Kreisbauern- und Winzerverbandes mit rund 1000 Mitgliedern. Von 1989 bis 2005 amtierte er gleichzeitig als Vizepräsident des Bauernverbandes Rheinland-Nassau. Die Stimme des Gimmigeners hatte Gewicht, wenn es um den Bauernstand ging.

Große Reden waren nie sein Markenzeichen. Dafür kurze, knappe Anmerkungen, die treffend saßen, sei es im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo er bis zu seinem Tod Fraktionschef der Freien Wähler war oder im Kreistag von Ahrweiler, dem er von 1989 bis 2014 zunächst für die CDU, dann für die FWG, deren Kreisvorsitzender er war, angehörte.

Charme, Witz, Nerven behalten und keine Angst egal vor wem oder was – Hans Boes legte sich, wenn er es für seinen Berufsstand für richtig hielt, auch mit höheren Verbandsetagen an. Dies aber immer so, dass sich danach alle noch in die Augen schauen konnten. So bereitete ihm der Umgang mit wertvollen Ackerflächen große Sorgen und er machte keinen Hehl daraus, was er von Gewerbeflächen auf wertvollem Lößboden hielt.

So würdigte denn auch Boes Amtsnachfolger, Franz-Josef Schäfer, seinen Vorgänger bei dessen Verabschiedung 2014 als einen Lobbyisten, der sich herausragende Verdienste erworben habe. Beispielsweise, als es vor Jahren um den Protest gegen den Milchpreisverfall ging. „Da war ihm kein Weg zu weit“, sagte Schäfer damals. Jetzt ist Hans Boes seinen Weg zu Ende gegangen. Nicht nur seine Wegefährten sind traurig.

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