Beethoven-Haus 1. Bonner Wirtschaftstalks warb für soziales Engagement

BONN · Beim ersten Bonner Wirtschaftstalk am Montagabend zeigten prominente Fachleute Möglichkeiten auf, wie sich Unternehmen sozial engagieren können. Im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses wurden zudem die rund 100 geladenen Besucher aus der Wirtschaft motiviert sich einzubringen.

 Ermuntern zum sozialen Engagement: (von links) Artur Grzesiek, Peter Weckenbrock, Joe Bausch und Wolfgang Grießl mit Moderatorin Angela Maas.

Ermuntern zum sozialen Engagement: (von links) Artur Grzesiek, Peter Weckenbrock, Joe Bausch und Wolfgang Grießl mit Moderatorin Angela Maas.

Foto: Frommann

Einig waren sich die Gäste auf dem Podium am Montagabend beim ersten Bonner Wirtschaftstalk alle in dem entscheidenden Punkt: Wirtschaftliche Unternehmen sollten auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und soziales, kulturelles oder ökologisches Engagement zeigen.

"Corporate Social Responsibility" - kurz CSR - ist der Fachausdruck hierfür und über dessen Inhalte wurde im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses diskutiert - oder vielmehr dafür geworben, denn die geladenen Gäste motivierten die rund 100 geladenen Besucher aus der Wirtschaft, sich ebenfalls zu engagieren.

Aber wie findet ein Unternehmen sein richtiges Projekt?, fragte Moderatorin Angela Maas in die Runde. "Es ist nicht damit getan, wenn man für irgendetwas Geld spendet. Man sollte eine Verbindung haben zu dem, was man tut", meinte Wolfgang Grießl, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

Wenn sich ein Unternehmen mit einer Spende sozial engagiert, dann möchte es dadurch in der Regel auch ins Rampenlicht gerückt werden, aber wie viel Selbstdarstellung ist in Ordnung? "Wer das tut, kann das auch zeigen und muss sich nicht schämen", meinte der Tatort-Schauspieler Joe Bausch, der sich privat für den Verein "Straßen der Welt" einsetzt, ein Projekt für Kinderschutzrechte.

Bei Bonner Unternehmen Impulse setzen und diese dazu motivieren, etwas Gutes zu tun, versuchte auch Peter Weckenbrock, Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn, Energie und Wasser. Das Unternehmen setzt sich unter anderem mit dem Projekt "Haushaltsführerschein" für Hauptschüler ein und macht diese fit in Alltagsfragen.

Wenn ein Unternehmen ein Projekt gefunden hat, das zu ihm passt und es sich mit diesem identifizieren kann, gelingt die Verbindung zwischen profitabler Wirtschaft und erfolgreichem sozialem Engagement nur, wenn alle Geschäftsebenen mitwirken, doch müsse die Geschäftsleitung stets als Vorbild vorangehen, so Grießl.

Aber ein eigenes Konzept wird dabei nicht zwingend benötigt: "Wir haben kein Konzept. Wir wollen einfach etwas Gutes tun und konzentrieren uns dabei auf die Region", erklärte Artur Grzesiek, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Köln-Bonn, die ihre Bürgerdividende stets an soziale Projekte in der Region spendet.

Die Talkrunde war die Auftaktveranstaltung zu einer Diskussionsreihe rund um lokale Wirtschaft, die alle acht Wochen stattfindet. Die gestrige Veranstaltung wird am kommenden Freitag, 24. August, um 20 Uhr auf center.tv ausgestrahlt.

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