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Eifersuchtsdrama in Bonn: 24-Jähriger fuhr absichtlich frontal auf

Eifersuchtsdrama in Bonn : 24-Jähriger fuhr absichtlich frontal auf

"Wenn es keine Airbags geben würde, wären wir vielleicht alle tot." Reumütig und einsichtig zeigte sich ein 24 Jahre alter Südosteuropäer vor dem Amtsgericht. Er musste sich vor dem Schöffengericht verantworten, weil er vor zwei Monaten absichtlich einen schweren Unfall mit einem Kleinwagen verursacht hatte, in dem unter anderem seine Ex-Freundin gesessen hatte.

Wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wurde der nicht vorbestrafte Angeklagte schließlich zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt. Zudem wird der Gebrauchtwagenhändler 18 Monate auf seinen Führerschein verzichten müssen.

Der Angeklagte hatte nicht verwinden können, dass sich seine Landsfrau von ihm getrennt hatte. Aus Eifersucht hatte er ihr in der Nacht auf den 23. Oktober vor dem Eroscenter an der Immenburgstraße aufgelauert. Dort hatte die junge Frau als Prostituierte gearbeitet. Als sie mit einer zweiten Frau in das Auto eines Mannes gestiegen war, hatte der 24-Jährige rot gesehen.

In dem Irrglauben, dass diese Person der neue Freund sei, war er ausgerastet: Zunächst war er mit einem VW Touran auf das Auto zugefahren und hatte dieses leicht touchiert. Nachdem er dann ausgestiegen war, hatte der Fahrer des Kleinwagens in Panik den Rückwärtsgang eingelegt.

Doch der 24-Jährige nahm die Verfolgung auf. Mit etwa 50 Stundenkilometern fuhr er mit seinem Wagen frontal in das Auto, das abgebremst hatte, und schob es gegen einen Gitterzaun. Anschließend hatte er seiner Ex-Freundin, die davongelaufen war, zu Fuß nachgesetzt. Offenbar wollte er sie verprügeln. Zeugen hatten ihn jedoch festhalten können - und er wanderte in Untersuchungshaft.

Die junge Frau hatte durch den Airbag Gesichts- und Oberkörperverletzungen erlitten. "Die Verletzungen sehen aus, als wäre es einen Boxkampf gewesen", sagte der Vorsitzende Richter. Direkt nach der Urteilsverkündung wollte der junge Mann zurück in seine Heimat reisen.