86 000 Besucher beim Museumsmeilenfest

Den Rekord von 140 000 Besuchern beim Demokratie-Fest 2009 konnte das diesjährige Museumsmeilenfest nicht knacken, dafür aber einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.

86 000 Besucher beim Museumsmeilenfest
Foto: Barbara Frommann

Bonn. Den Rekord von 140 000 Besuchern beim Demokratie-Fest 2009 konnte das diesjährige Museumsmeilenfest nicht knacken, aber mit rund 86 000 Besuchern verzeichneten die Museen einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Am verregneten Samstag war vor allem in den Museen Betrieb.

Im Haus der Geschichte empfing eine große Fotowand die Besucher: Die konnten sich vor ihrem Lieblingsobjekt in der Dauerausstellung ablichten lassen, das Bild wurde im Foyer ausgehängt. Der rosafarbene Hippie-VW-Bus war das meistgewählte Objekt. An der Trümmerlore führten Gisela Nohl als unerschütterliche Trümmerfrau und Martin Bubner als verstörter Kriegsheimkehrer eine Szene aus der Nachkriegszeit unter dem Titel "Es muss ja irgendwie weitergehen" auf.

Hinter die Kulissen des Kunstmuseums führte Wybke Weichell die Besucher - das Angebot war so begehrt, dass sie außerplanmäßig mehrere Gruppen leitete. Sie erklärte die indirekte Lichtführung durch "Shed-Dächer", durch die das Licht nicht geradewegs auf die Kunstwerke trifft, zeigte die Bibliothek, die während der Öffnungszeiten für Jedermann zugänglich ist, und die Werkstätten und Depots unter dem Museum, zu denen ein riesiger Aufzug mit 5 000 Kilogramm Traggewicht führt.

Dort werden in eigenen Ateliers Werke aus Holz, auf Papier und Leinwand bearbeitet, es gibt eine Buchbinderwerkstatt, ein Fotostudio, und in den Lagern hängen Bilder an herausziehbaren Gitterwänden. In einem lag eine Malerei aus, die restauriert wird: "Auf dieses Bild hat ein Ausstellungsbesucher draufgemalt", so Weichell.

Experimente mit Rotkohlsaft, das Geheimnis von Geheimtinte und vieles mehr erlebten die kleinen Besucher im Deutschen Museum. Dort erklärte Nachwuchschemiker Nico Fleck (15), wofür er bei "Jugend forscht" seinen Preis gewonnen ha Nebenan brachten Bianca und Vanessa (beide 14) von der Karl-Simrock-Schule Ordnung in ein Chaos aus kleinen Kunststoffteilchen, indem sie diese in mehreren Schritten in Wasser mit unterschiedlich starkem Salzgehalt gaben und die jeweils oben schwimmenden Teilchen entnahmen. "Man kann mit dieser Methode klarmachen, dass Kunststoffe eine unterschiedliche Dichte haben können", erklärte Bianca.

Im Museum Koenig, das insgesamt rund 14 000 Besucher zählte, wollten die Besucher am Samstagabend nach dem Konzert der Band "Gnadenlos" gar nicht gehen. Am Sonntag gab es dort ein Familienprogramm rund um Tiere und Natur und einen Schmetterlingsgarten von Schloss Sayn.

Die Bundeskunsthalle wurde von Lichtobjekten erleuchtet, die die Besucher im Foyer bauen konnten. Im Liebermann-Garten auf dem Dach erlebten die Besucher neben Sonderführungen das "Bundesbienen"-Programm mit Vorträgen und Filmen, und auf dem Museumsplatz war am Sonntag bei Musik und Kinderprogramm eine Menge los.

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