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Neunter Bonner Firmenlauf: 11.175 laufen, drei werden getragen

Neunter Bonner Firmenlauf : 11.175 laufen, drei werden getragen

Es gibt viele Möglichkeiten, den Bonner Firmenlauf zu bewältigen. Die drei Kolleginnen Kim Burghof, Laura Königsfeld und Isabel Kainz der BMW-Niederlassung Bonn entschieden sich für die wohl komfortabelste.

Sie ließen sich von ihren männlichen Mitarbeitern die letzten paar hundert Meter auf den Schultern tragen. "Ihre Schönheit wäre doch sonst in der Masse untergegangen", begründeten Patrick Stellmascyk den Einsatz des Trios.

[kein Linktext vorhanden]Ganz Unrecht hatte er nicht: Genau 11.178 Sportler gingen gestern Abend bei der neunten Auflage in der Rheinaue an den Start, knapp Tausend mehr als im Vorjahr. Das brachte die Organisatoren um Burkhard Weis an ihre Grenzen. "Zwei Mitarbeiter sind das komplette Jahr damit beschäftigt", erzählte er. Um das Läuferfeld zu entzerren, wurde es in Blöcke eingeteilt. Was zu Beginn noch funktionierte, war im Zieleinlauf schon wieder hinfällig.

Nur die Ersten kamen laufend ins Ziel, der Rest trottete im Schritttempo an der Stoppuhr vorbei. "Da müssen wir im kommenden Jahr die Auslaufzone vergrößern", schlug Weis vor. Auf dem Papier sei jedenfalls noch Platz, die Veranstaltung ist für 15 000 Läufer genehmigt. GA-Redaktions-Läufer Marcel Dörsing war es aber bereits jetzt zu voll, auch wenn er es schaffte, innerhalb weniger Minuten über Tausend Plätze gut zu machen.

[kein Linktext vorhanden]Chris Franks, der Präsident von GKN Sinter Metals, lobte den Firmenlauf trotzdem. "Es ist ein tolle Sache für das Teambuilding, wir sind mit allen vier Standorten der Region hier", sagte der gebürtige Amerikaner. Wie eng der Zusammenhalt während der 5,5 Kilometer wurde, zeigte sich kurz vor Schluss: Dort wartete die gesamte Mannschaft, bis auch das letzte Mitglied angekommen war, um gemeinsam die letzten Meter zu gehen. Zusätzlich trugen alle Firmen-Shirts.

Viele hoben den Wiedererkennungswert auf eine höhere Stufe, wofür auch Preise vergeben wurden. Den ersten Platz holte sich das Team vom Bonner Café-Roller, das mit Pappschwertern und -schilden als Superhelden losrannte. Thematisch passend, aber auf die Zeit wenig Wert legend, machte es der Feuerwerkshersteller Weco.

Die Läufer schnallten sich Raketen auf den Rücken. Und die Belegschaft von Maschinenbau Kitz verwandelte sich in die schnellsten Mäuse von Mexiko, mit großen Ohren und Sombreros auf dem Kopf. Ihnen jubelten nicht nur Samba-, Folk- und Kölschrockbands, sondern vor allem die Kinder am Wegesrand zu.

[kein Linktext vorhanden]Auch Nele und Lara zählten dazu, obwohl sie eigentlich auf ihren Onkel André Müller und Tante Gabi Feuerstein warteten. Für die beiden hatten sie ein Plakat zum Anfeuern gebastelt. Mit einem noch größeren Banner rannten Niklas und Pablo vom Godesberger Internat Maichle durch die Rheinaue: "Refugees Welcome" stand darauf geschrieben. "Um ein Zeichen zu setzen", begründeten sie sichtlich aus der Puste die Aktion.

Anfangs ein Werbegag

Den Bonner Firmenlauf gibt es seit 2006. Erfunden hat ihn Burkhard Weis anfänglich als Werbegag, um seine frisch gegründete Veranstaltungsagentur bekannter zu machen. Zur ersten Auflage kamen etwa 2.300 Läufer, gestern starteten mehr als 11.100. Ein Teil der Einnahmen wird gespendet.

In diesem Jahr kamen bei einem Euro pro Läufer und Spenden knapp 19.000 Euro zusammen. Eine Hälfte bekommt die Hilfsorganisation CARE, die andere der Bonner Verein Mukoviszidose. Seit 2007 gibt es einen Firmenlauf-Ableger in Köln, weitere seien laut Weis nicht geplant.