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Schulbildung in Bad Godesberg: 13-Jähriger findet keine Schule

Schulbildung in Bad Godesberg : 13-Jähriger findet keine Schule

Dass sie innerhalb einiger Wochen in Bonn keine Schule für ihren Sohn finden würde, hätte Paulina Méndez nicht gedacht. Die Südamerikanerin ist Mitte Oktober mit ihrem Sohn von Ecuador zu ihrem Lebensgefährten nach Bonn gezogen, um an der hiesigen Universität zu promovieren.

Alles verlief glatt, lediglich der 13-Jährige musste noch an einer Schule angemeldet werden. Das aber stellte sich als schier unmöglich heraus. So unmöglich, dass der Jugendliche auch jetzt noch nicht zur Schule geht. Und seine Mutter Fachaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung eingelegt hat, der das zuständige Schulamt für die Stadt Bonn unterstellt ist.

„Wir haben bei drei Schulen in Bonn vorgesprochen: dem Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, dem Konrad-Adenauer-Gymnasium und der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule“, berichtet Méndez.

Da ihr Sohn aber kaum Deutsch spricht, wurde sie an die „Beratungsstelle für schulpflichtige Kinder und Jugendliche ohne ausreichende Deutschkenntnisse“ verwiesen. Diese werde den 13-Jährigen einer internationalen Klasse zuweisen, „die ihn auf eine Regelklasse vorbereiten würde“, habe es geheißen. Zwar sei man an der Gesamtschule bereit gewesen, ihren Sohn in eine solche Klasse aufzunehmen, berichtet Méndez. „Allerdings geht dies nach Auskunft des Sekretariats nicht, ohne dass die entsprechende Zuweisung der bei der Beratungsstelle zuständigen Sachbearbeiterin vorläge.“

Das Problem

Diese sei bis Mitte November krank geschrieben, eine Vertretung gebe es nicht, habe ihr das Schulamt für die Stadt Bonn mitgeteilt. Somit könne keine Zuweisung erfolgen. Daraufhin habe sie seitens einer anderen Mitarbeiterin die Information bekommen, „dass er bis zur Rückkehr der Sachbearbeiterin nicht zur Schule gehen solle, ein Bußgeld bräuchte ich nicht zu befürchten“, so Méndez. Das aber sei keine Option.

Nicht nur, dass sich der 13-Jährige zu Hause langweilt und sie selbst bald ihre Forschungstätigkeiten aufnehme und auch ihr Lebensgefährte sich tagsüber nicht um Pablo kümmern könne. Primär gehe es darum, dass ihr Sohn in die Schule geht, Deutsch lernt und möglichst wenig Stoff verpasst. Eine Hauptschule, wie vom Schulamtsdirektor vorgeschlagen, kommt laut Méndez nicht infrage, „Bildungsziel soll die allgemeine Hochschulreife sein“.

Zwar wünsche sie der erkrankten Sachbearbeiterin eine baldige Genesung. „Ansonsten ist es für uns jedoch nicht nachvollziehbar, dass für keine Vertretung gesorgt ist und man von Pontius zu Pilatus geschickt wird.“ Es sei nicht verständlich, dass niemand sonst die Zuweisung in eine internationale Klasse vornehmen könne.

„Sobald sie der Sprache ausreichend mächtig sind, können sie dann die Regelschule besuchen.“

Generell gelte, dass Kinder und Jugendliche, die aus einem anderen Land nach Deutschland kommen und nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, zunächst eine internationale Klasse besuchen müssten, teilte Bodo Klein, Sprecher der zuständigen Bezirksregierung Köln, mit. „Sobald sie der Sprache ausreichend mächtig sind, können sie dann die Regelschule besuchen.“

Zum konkreten Fall könne er keine Angaben machen, da es sich um personenbezogene Informationen handele. Nur so viel: Man habe sich intensiv gekümmert und stehe in Gesprächen. „Wir sind zuversichtlich, dass sich bald eine Lösung findet.“ Die könnte sich Anfang der Woche anbahnen. Wann ihr Sohn einen Platz bekommt, steht zwar noch nicht fest. Allerdings hat sich die Gesamtschule bei der Familie gemeldet. Am Montag steht nun ein Termin mit der Rektorin an. Méndez hofft, „dass dann die Anmeldung endlich klappt“.