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Erstes eigenes Festival : 15-Jähriger veranstaltet "Headbangers Night" in Godesberg

Erstes eigenes Festival : 15-Jähriger veranstaltet "Headbangers Night" in Godesberg

Wacken für Einsteiger: Der Bad Godesberger Schüler Julian Vogel organisiert die erste "Headbangers Night" in Bonn. Acht Schüler- und Nachwuchsbands sollen ihr Können zeigen.

Wenn Köpfe wippen und Mähnen fliegen, Bässe dröhnen und Finger Pommesgabeln formen, dann fühlt sich Julian Vogel wohl. Der 15-Jährige ist ein leidenschaftlicher Metal-Fan, seit drei Jahren regelmäßiger Teilnehmer des Wacken Music Camps - und seit neuestem Organisator eines eigenen Festivals in den Räumen des Bonner Rock- und Popzentrums (RPZ) im ehemaligen Hansa-Haus. Dort steigt am Mittwoch, 2. Oktober, die erste kostenlose "Headbangers Night".

Damit will Julian insgesamt acht Schüler- und Nachwuchsbands eine kleine Auftrittsmöglichkeit geben und nebenbei dem Publikum einen Rockabend der härteren Art präsentieren. Ein ambitioniertes Projekt, das bereits die Aufmerksamkeit der Mittelalter-Rocker von In Extremo gewonnen hat. "Lasst es ordentlich krachen", schreiben sie auf der Seite der "Headbangers Night". Und das haben Julian und die Bands auf jeden Fall vor. Die Idee zu der Veranstaltung kam Julian vor zwei Jahren während des Wacken Music Camps, bei dem Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren unter der Anleitung von erfahrenen Coachs lernen, eigene Songs zu schreiben, und die dann auch vor Publikum spielen. "Ich dachte mir, dass es doch schade ist, für so ein Erlebnis immer in den Norden zu fahren", sagt er. "Außerdem wollte ich selbst wieder auf einer Bühne stehen, kaum dass ich von der in Wacken runter war. In dem Moment hatte es mich gepackt."

Eltern sind im Event-Management tätig

Also legte er los, skizzierte einen ersten Plan. "Meine Eltern sind seit 25 Jahren im Event-Management tätig, insofern wusste ich schon ungefähr, was ich zu tun hatte", erinnert er sich. "Sie unterstützen mich auch finanziell sehr, obwohl ich zumindest ein paar Sponsoren gewinnen konnte." Und mit dem Musiknetzwerk, das unter anderem den Nachwuchswettbewerb Toys2Masters ausrichtet und das RPZ betreibt, hat er zudem einen starken Partner.

"Ursprünglich wollte ich die Headbangers Night ja zum World Music Day am 21. Juni in der Bonn International School machen, an der ich selber Schüler bin, aber das hat leider nicht geklappt", sagt Julian. "Das Musiknetzwerk hat mir jetzt seine Räume zur Verfügung gestellt und mir außerdem die ein oder andere Band vermittelt. Als die ersten sich bei mir gemeldet haben und sagten, dass sie bei meiner Veranstaltung spielen wollen, war das der totale Burner. Ich freue mich wie jeck, dass der Traum jetzt wahr wird."

Dabei haben die Bands des Abends nur eingeschränkt Zeit, um sich zu zeigen. "Jeder darf maximal zwei Songs spielen, danach wird gewechselt", erklärt Julian das Konzept. "So läuft das beim Wacken Music Camp auch." Die stilistische Bandbreite ist dabei enorm: Von eher rockigem Heavy Metal bis hin zu Musik, die in Richtung Metalcore geht, ist alles vertreten. "Unter dem Namen 'Wednesdays Afternoon' kommt sogar die Bigband des Clara-Fey-Gymnasiums und spielt Metal-Nummern", freut sich Julian, der mit seiner Band "Interns of Hell" einer eher aggressiveren Spielart frönt. "Ich glaube, das wird richtig klasse. Metal ist eben vielfältiger und auch anspruchsvoller, als manche Menschen denken."

Ebenso wie Veranstaltungsmanagement. Julian nutzt die "Headbangers Night" gleich noch für die Schule. Denn dort muss jeder Schüler für die Mittlere Reife ein Projekt organisieren und dokumentieren. Daher könnte die Veranstaltung grundsätzlich eine einmalige Sache sein. Doch Julian weiß schon jetzt, dass er gerne weitermachen möchte. "Ich könnte mir vorstellen, so etwas zweimal im Jahr zu organisieren", sagt er. "Zumindest, wenn alles glatt geht." Also Daumen drücken. Und Pommesgabeln recken.

"Headbangers Night", 2. Oktober, 19 Uhr, Rock- und Popzentrum Bad Godesberg, Moltkestraße 41. Der Eintritt ist frei.