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Bauherr stellt neue Pläne vor: 150 Wohnungen sollen in Lannesdorf auf dem Lubig-Areal entstehen

Bauherr stellt neue Pläne vor : 150 Wohnungen sollen in Lannesdorf auf dem Lubig-Areal entstehen

Der Bauherr des lange brach liegenden Lubig-Areals hat überarbeitete Pläne für die Baufläche an der Deutschherrenstraße vorgestellt. Dort sollen 150 Wohnungen entstehen und ein großer Vollsortimenter.

Seit gut elf Jahren wird bereits über den Bau eines Wohn- und Einkaufszentrums auf dem ehemaligen Grundstück der früheren Maschinenfabrik Lubig an der Deutschherrenstraße diskutiert. Doch immer wieder stockten die Planungen: Kontaminierungen des Bodens und des Grundwassers mussten und müssen behoben , Planungen überarbeitet werden. Nun aber sieht es so aus, als würde es auf dem rund 12 600 Quadratmeter großen Areal weitergehen. So stellte Stadtplaner Ralf Thielecke für den Bauherrn, die Lubig Real Estate GmbH & Co. KG, die Planungen am Mittwochabend in der Sitzung der Bezirksvertretung vor. Mit an Bord ist übrigens auch die Ten Brinke Group, die für das Maximiliancenter in Bonn verantwortlich zeichnet.

In Lannesdorf sollen zwischen Schenkpfädchen, Deutschherren-, Paracelsus- und Drachenburgstraße 150 Wohnungen entstehen, 30 Prozent davon förderfähig. Hinzu kommt ein 2500 Quadratmeter großer Vollsortimenter. Vermutlich, so Thielecke, wird Edeka Mohr, der sich derzeit noch am Brunnenplatz befindet, in den Neubau umziehen. Daneben entsteht eine 800 Quadratmeter große Marktergänzung. Sprich: ein Drogeriemarkt oder Ähnliches. „Unser Ziel ist es, mit der Nahversorgung ins Lannesdorfer Zentrum zu gehen und dieses aufzuwerten“, so Thielecke.

Die Gebäude werden zwei bis fünf Stockwerke haben: Schaut man von der Deutschherrenstraße aus auf den Neubau, zeigt sich dieser zweigeschossig am Schenkpfädchen, wo über dem Supermarkt Wohnungen installiert werden. In Richtung Drachenburgstraße, neben der dortigen Apotheke, werden drei Wohnetagen über dem Vollsortimenter installiert. An dieser Stelle ist der Neubau „rund zwölf Meter hoch“, so Thielecke. Die fünfgeschossigen Gebäude befinden sich nach Auskunft des Stadtplaners in zweiter Reihe, unter anderem Richtung Paracelsusstraße. Außerdem soll es zwei Tiefgaragen mit insgesamt rund 300 Fahrradabstell- und 200 Parkplätzen (davon 140 für den Supermarkt) geben.

Erschlossen wir das Areal über Deutschherren- und Paracelsusstraße. Darüber hinaus, so Thielecke, werde das Schenkpfädchen quasi minimal ausgebaut – als drei Meter breiter Fuß- und Radweg. Doch wie sieht es mit dem Lieferverkehr aus, wollte Gieslint Grenz (SPD) wissen. Die Einfahrt, so der Stadtplaner, erfolgt über die Paracelsus-, die Ausfahrt über die Deutschherrenstraße. Heißt: „Die Lkw müssen nicht rückwärts rangieren.“ Ob Dachbegrünung, ein Speicherdach, Freiflächen und Notüberläufe tatsächlich ausreichen, um ein Starkregenereignis zu überstehen, bezweifelten die Bezirksverordneten. Man könne die Folgen eines 100-jährigen Ereignisses auffangen, stellte Thiel­ecke fest. Eine Frage aber blieb: Was geschieht mit den Bäumen, die auf dem Grundstück stehen? „Es geht um sechs teilweise satzungsgeschützte Bäume, die alle am Rand stehen“, so Thielecke. Diese müssen weichen, sollen aber auf dem Areal ersetzt werden.

„Wir können erst einmal nur einen ersten Eindruck, einen Teaser geben“, fasste Thielecke zusammen. Sollte es im Verfahren weitere Vorschläge und Anregungen geben, „haben diese noch Raum“. Auch die Bad Godesberger können ihre Ideen einbringen. Die Bezirksvertretung sprach sich einstimmig dafür aus, die Öffentlichkeit frühzeitig zu beteiligen. Die Pläne können im Stadthaus und im Rathaus Bad Godesberg eingesehen werden. Allerdings nicht wie von der Stadt vorgesehen zwei, sondern auf Anregung von Ralf Jochen Ehresmann (Linke) vier Wochen lang. Wann, wird noch bekannt gegeben. Außerdem wird es eine Veranstaltung geben, in der die Bürger informiert werden – je nach Corona-Lage analog oder online.