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Benefiz-Tour bringt mehr als 35.000 Euro an Spenden: 90 Radler bei Hitze und Gewitter unterwegs

Benefiz-Tour bringt mehr als 35.000 Euro an Spenden : 90 Radler bei Hitze und Gewitter unterwegs

Sie hat es wieder getan. Und einmal mehr haben sich die Anstrengungen gelohnt. Zum sechsten Mal hat Christel Zachert Dutzende Mitstreiter dazu bewegt, sich zugunsten krebskranker Kinder in den Sattel zu schwingen.

90 Teilnehmer waren es diesmal, die mit der einwöchigen Rundfahrt mindestens 35 000 Euro an Spendengeldern für die Projekte der Isabel-Zachert-Stiftung eingeworben haben. Isabel Zachert war 1982 mit nur 16 Jahren an Krebs gestorben. Für ihre Mutter, die Godesbergerin Christel Zachert, ist die Unterstützung krebskranker Kinder und ihrer Familien seither zur Lebensaufgabe geworden.

Zumindest das Streckenprofil sollte es den Radlern diesmal leichter machen als in manchem Vorjahr, als es auch schon mal über die Höhen des Schwarzwaldes oder des Alpenrandes ging. Diesmal war das Münsterland das Ziel der IPA-Radtour. IPA steht für International Police Association, die in Form der Rundfahrten zu einem festen Partner der Stiftung geworden ist.

Während also vornehmlich Flachetappen auf dem Tourprogramm standen, meinte es das Wetter weniger gut mit den Sportlern: "Hitze, Regen, Blitz und Donner begleiteten uns", erzählt Christel Zachert, ergänzt aber schmunzelnd: "Wechselhafte Witterungsbedingungen können uns schon lange nichts mehr anhaben."

Station in Münster

Schließlich sei man mittlerweile ein eingespieltes Team, das die gemeinsame Zeit genießt und darüber hinaus genau wisse, wofür und warum es unterwegs ist. Zu einem besonders berührenden Erlebnis wurde für eine kleine Gruppe der Mannschaft ein Besuch in der Kinderonkologie der Uniklinik in Münster, bei dem sie sich über die großen medizinischen Fortschritte auf dem Gebiet informierte.

Und einen Bezug zur Isabel-Zachert-Stiftung gab es obendrein: "In Münster haben wir Ende der 90er Jahre Unterbringungsmöglichkeiten für die Eltern gefördert", erinnert sich Christel Zachert. Heute ist daraus ein fest eingerichtetes "Elternhaus" geworden.

"Ich persönlich bin in fünf Tagen 351 Kilometer gefahren, davon waren zwei Tage wegen des Besuchs in der Klinik und eines Unwetters verkürzt", berichtet die Godesbergerin. Sie freut sich über das vorläufige Spendenergebnis: Die zugesagten Spenden liegen bereits bei 35.000 Euro.

Spende fürs Waldpiraten-Camp

"Zusätzlich haben zwei meiner IPA-Freunde, Theo Beiske und Werner Tetsch, in den letzten zwölf Monaten 20.000 und 11.000 Euro für die Stiftung gesammelt", berichtet die Initiatorin. Der jüngste Mitradler war übrigens zehn Jahre alt. "Die älteste Radlerin mit 75 Jahren war ich", so Zachert.

Und der älteste "Teambetreuer", zuständig für geschälte Äpfel, Karotten und Gurken, ihr 78 Jahre alter Ehemann, der frühere BKA-Chef Hans-Ludwig Zachert, dessen Amtsnachfolger, der amtierende Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch, ebenfalls zwei Tage lang mitradelte.

In den nächsten Tagen werden die Zacherts wie in den Vorjahren nach Heidelberg fahren und dem dortigen Waldpiraten-Camp den Betrag von knapp 58.000 Euro überbringen. Finanziert wird damit ein vollständiges Sommerlager, bei dem 48 krebskranke Kinder und Geschwister acht Tage wieder Lebensfreude und Mut tanken können.