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Konzerte in der Erlöserkirche und in Sankt Marien: Abendsegen zum Abschluss

Konzerte in der Erlöserkirche und in Sankt Marien : Abendsegen zum Abschluss

Mit seinem Kammerchor Paeda Vocale war der Chorgründer und -leiter Wolfram Kuster gleich zweimal zu hören. Am Samstag in der Erlöserkirche und am Sonntag in Sankt Marien. Auf dem Programm des Kammerchores, der sich aus Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzt, die der Otto-Kühne-Schule („Päda“) verbunden sind, standen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Knut Nystedt und Morten Lauridsen.

Den Anfang machten die Musiker nur mit Begleitung des Basso continuo mit den zweichörigen Motetten „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ und „Komm, Jesu, komm“ von Bach. Hiermit entsprach Kuster seinem Ansatz, Werke für den A-cappella-Chor mit seinem Chor umzusetzen.

Klanglich sehr kontrastreich gelangen die beiden doppelchörigen Werke vor allem dadurch, dass der zweite Chor mit Elisabeth Menke (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Leonhard Reso (Tenor) und Fabian Hemmelmann (Bariton) von vier Mitgliedern der Kölner Vokalsolisten besetzt war. Somit stand der voll besetzte Chor Paeda Vocale einem Gesangsquartett gegenüber. Flexibel und mit interessanten Echo-Effekten setzten die Musiker auch die zweite Motette Bachs um.

Transzendentale Wirkung

Reinstes A-cappella war im Anschluss mit zwei Motetten Mendelssohns zu hören. Durch die Gegenüberstellung der hohen und tiefen Stimmen in der Vertonung des Psalms 100 entstand eine regelrecht transzendentale Wirkung. Hier arbeiteten Chor und Kuster auch die dynamischen Unterschiede deutlich heraus.

In dem verschachtelten „Richte mich, Gott“ überzeugten vor allem die starken Männerstimmen. Mit dem nächsten Werk wurde der Bogen geschlagen zwischen der Alten und Neuen Musik: Der Amerikaner Knut Nystedt hat in seinem Chorwerk „Immortal Bach“ dessen Choral „Komm, süßer Tod“ verfremdet. Dabei ist jeder Sänger auf sich alleine gestellt. Der Kammerchor positionierte sich dafür in einem großen Kreis und setzte das Werk gekonnt um. Nach einer kleinen Umbaupause folgte der zweite Teil des Konzerts mit Morten Lauridsens „Lux aeterna“.

Hier kamen nun auch das Bad Godesberger Kantatenorchester zum Einsatz sowie sieben Bläser, die um die Streicher herum positioniert waren. Obschon das Werk 1997 zum ersten Mal aufgeführt wurde, hat sich Lauridsen, der zu den beliebtesten Chorkomponisten in Amerika zählt, an der Musik von Josquin Desprez orientiert.

Faszinierend gelang die Mischung aus den Klängen des 16. Jahrhunderts und neueren Klangfarben, die vor allem vom Orchester eingebracht wurden. Majestätisch und schwungvoll erklang das „Veni, Sancte Spiritus“, das an einen musikalischen Sonnenaufgang erinnerte und zu schnell vorüber war. Für den anhaltenden Applaus nach dem gelungenen Konzert bedankten sich die Musiker mit einem dreichörigen Abendsegen.