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Folgen des Bonner Hochwassers: Abfall aus Mülltonnen verschmutzt den Rhein

Folgen des Bonner Hochwassers : Abfall aus Mülltonnen verschmutzt den Rhein

Ein Kanufahrer kritisiert die späte Leerung der Papierkörbe bei Hochwasser. Bonnorange sieht Schuld bei Schaulustigen

Von Müll verschmutzte Gewässer stellen ein weltweites Problem dar. Ein Anwohner hatte am Plittersdorfer Rheinufer beim jüngsten Hochwasser den steigenden Wasserpegel und die nicht geleerten Mülleimer beobachtet, die zu überfluten drohten. Er informierte das Ordnungsamt und wies auf die Abfalleimer im Überschwemmungsbereich hin. „Ich sagte, es wäre dringend, da in wenigen Stunden der Weg überflutet und dann nicht mehr befahrbar sei. Nichts ist passiert“, so der Bad Godesberger. Laut Bonnorange stehen am Rheinufer in Bad Godesberg 70 Papierkörbe.

„Das Müllproblem in den Weltmeeren ist bekannt. Es muss nicht sein, dass der Müll aus Bonn noch dazu schwimmt“, sagt der Anwohner. Ihm ist dieses Abfallproblem bei Hochwasser am Bad Godesberger Rheinufer schon vor ein paar Jahren aufgefallen. So setzte er sich mit seinem Kanu auf den Fluss, um die Situation zu dokumentieren. Der geschulte Kanute mit langjähriger Wildwassererfahrung war in Begleitung sowie entsprechenden Schutzvorrichtungen unterwegs. Außerdem ist er Mitglied eines Kanuvereins und jährlich beim­ Rhine Clean Up Day tätig. Mit seiner Aktion möchte er konstruktive Kritik an Bonnorange üben.

„Es ist nicht so, dass immer, wenn es in Bonn am Rhein Hochwasser gibt, Abfall aus nicht geleerten Papierkörben in den Fluss gerät“, sagt Jérôme Lefèvre, Sprecher bei Bonnorange. Das kommunale Unternehmen leert die Papierkörbe am Rheinufer regelmäßig, während des steigenden Wasserpegels sogar täglich. Außerdem gebe es einen Katastrophenschutzplan bei Hochwasser, der entsprechende Maßnahmen vorsehe: wie neben der täglichen Leerung die Sperrung des Ufers und die Reinigung nach Rückgang des Wassers.

Wenn die Papierkörbe in so kurzer Zeit wieder voll waren, dann deute dies darauf hin, dass trotz Hochwasserwarnung Schaulustige vor Ort waren und „diese ihren Abfall dort hinterlassen haben“, so Lefèvre.

Anwohner wie der Kanute setzen sich für die Bekämpfung des Müllproblems im Rhein ein. „Ich glaube, Bonnorange wäre in der Lage, an einem gewissen Punkt des Hochwassers die Mülltonnen zu leeren und kenntlich zu machen“, sagt er. Ein Schild „Wegen Hochwassers gesperrt“ könnte etwa angebracht werden.

Bonnorange sieht aber keinen Handlungsbedarf, da die Vorkehrungen ausreichend seien. „Wir berücksichtigen den Anstieg des Rheinpegels und werden im Rahmen des Katastrophenschutzplans ständig informiert. In dem von einer Hochwasserwarnung betroffenen Gebiet sollte eigentlich kein Abfall anfallen, weil dieser Bereich zur eigenen Sicherheit nicht besucht werden sollte“, bekräftigt Lefèvre.