Aktion in Bad Godesberg ADAC gibt Tipps zur Fahrradsicherheit

Bad Godesberg · Wer an Fahrradsicherheit denkt, dem wird nicht direkt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club in den Sinn kommen. Doch mittlerweile setzt der ADAC nicht nur auf vier, sondern auch auf zwei Räder. Das bewies der Club bei einem Fahrradaktionstag in Bad Godesberg.

Der ADAC Nordrhein bot kostenlose Zweirad-Checks und Beratung an: Hier prüft Andreas Kaurich (r.) das Rad von Klaus-Peter Gerlach aus Duisdorf.

Der ADAC Nordrhein bot kostenlose Zweirad-Checks und Beratung an: Hier prüft Andreas Kaurich (r.) das Rad von Klaus-Peter Gerlach aus Duisdorf.

Foto: Axel Vogel

Der ADAC als Allgemeiner Deutscher Automobil-Club ist – so die landläufige Meinung – vor allem für die Autofahrer da. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Denn mittlerweile setzt der Verkehrsclub nicht nur auf Fortbewegungsmittel mit vier, sondern auch auf solche mit zwei Rädern. Das bewies das Team um Maximilian König, Leiter ADAC Center Bonn, beim Fahrrad-Aktionstag in Bad Godesberg. Dort konnten Mitglieder und Nicht-Mitglieder ihre Räder prüfen und kleinere Reparaturen vornehmen lassen.

Doch wie kommt es, dass der ADAC nun auch auf Fahrräder setzt? Schließlich ist der Automobil-Club nicht die erste Adresse, die Radlern in den Sinn kommt, wenn sie Zweirad-Checks und Beratung rund um das Thema Radfahren denken. Die Innenstädte würden verstärkt auf den Radverkehr ausgelegt, erklärte König. „Immer mehr Verkehrsteilnehmer steigen um, es gibt Jobrad und E-Bikes.“ Da sei es wichtig, dass man sich auch auf diesem Feld als ADAC präsentiere und deutlich mache, dass man Ansprechpartner für Hilfen sei.

Schließlich verfüge der Club über ein breites Netzwerk mit Schwerpunkt Hilfen und könne außerdem Erfahrungen mit Verkehr vorweisen. Da sei die Ausweitung der Hilfen und Beratung „eine tolle Ergänzung“, so König. Die auch bei den Kollegen auf breite Zustimmung stoße.

Denn, so König: „Beim Radfahren unterschätzen wir oft, wie notwendig die Wartung ist.“ So zum Beispiel bei den E-Bikes. „Wir setzen uns darauf, fahren damit und verlassen uns auf den jährlichen Service.“ Doch man müsse sein Rad auch pflegen. Zum Beispiel die Luft in den Reifen im Blick behalten. Oder sicherstellen, dass die Bremsen richtig funktionieren. Sei das nicht der Fall, „ist die Betriebssicherheit nicht gegeben. Dann kann es schnell zu Unfällen kommen“, sagte König. „Wenn man stürzt, ist es schon zu spät.“

Was ein verkehrssicheres Fahrrad ausmacht, findet sich gleichermaßen auf den Webseiten des ADAC und des ADFC – des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Unerlässlich sind neben einer helltönenden Klingel und zwei rutschfesten und festverschraubten Pedalen vor allem zwei voneinander unabhängige Bremsen. Darüber hinaus ist die Fahrradbeleuchtung mit am wichtigsten für die Sicherheit. Dabei sind ein weißer Frontscheinwerfer und ein rotes Rücklicht vorgeschrieben. Reflektorstreifen, Speichenclips oder -reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit. Sinnvoll seien vor allem Rücklichter, die weiterleuchten, wenn das Fahrrad steht. „So bleiben Sie auch in einer Wartesituation gut sichtbar.“

Regelmäßige Wartung

Dabei, so der Rat der Experten, sollte darauf geachtet werden, dass Bremsen und Licht – genau wie Ketten und Reifen – Verschleißteile sind. Heißt: Sie sollten regelmäßig überprüft werden. Und: Wer im Dunkeln unterwegs ist, sollte helle (Funktions-)Kleidung tragen, die mit Reflektoren ausgestattet ist.

Klaus-Peter Gerlach war aus Duisdorf mit seinem Pedelec nach Bad Godesberg gekommen. „Ich hatte einen leichten Unfall mit einem Autofahrer“, erzählte der 75-Jährige. Dieser sei rückwärts aus einer Parklücke herausgefahren und habe ihn übersehen. Verletzt wurde er nicht, fuhr gar mit seinem Rad nach Hause. „Ich habe aber die Sorge gehabt, dass mein E-Bike etwas abbekommen hat.“ Daher sei er zum Aktionstag gekommen, um sein Rad unter die Lupe nehmen zu lassen. Dass der ausgerechnet vom ADAC veranstaltet werde, habe ihn erfreut, aber auch überrascht. „Ich bin selbst Mitglied, wusste aber nicht, dass er so etwas macht.“