1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Politik fordert schnelle Lösung: Ärger über marode Turnhalle in Bad Godesberg

Politik fordert schnelle Lösung : Ärger über marode Turnhalle in Bad Godesberg

Die Bezirksvertretung hat jetzt wegen der beschädigten Hallendecke einem Dringlichkeitsantrag zugestimmt. Der Schaden des Dachs soll schon seit längerer Zeit bekannt sein.

Einstimmig hat die Bezirksvertretung am Mittwochabend einem Dringlichkeitsantrag des Bürger Bundes Bonn zugestimmt, wonach die Turnhalle der Gotenschule neugebaut werden soll. Per Pressemitteilung hatte die Stadt in der vergangenen Woche darüber informiert, dass das Gebäude wegen Schäden an der Decke dauerhaft geschlossen bleiben muss (der GA berichtete).

Die Kommunalpolitik hat Sanierung und Erweiterung der Gotenschule schon länger auf der Agenda. Deshalb war der Ärger fraktionsübergreifend groß, dass die Stadt nicht umgehend über das Ergebnis eines Gutachtens zum Zustand der Turnhalle informiert hatte, zumal die CDU eine Große Anfrage zum Thema gestellt hatte. „Wir werden durch den General-Anzeiger besser informiert als durch die Verwaltung“, sagte Lutz Beine (SPD). Auch Philipp Lerch (CDU) reagierte sauer: „Jetzt stehen wir vor dem Scherbenhaufen, dass wir womöglich neu bauen müssen. Wir können es uns hier nicht leisten, eine Schulturnhalle komplett vom Netz zu nehmen.“

Lerch war selbst Gotenschüler. Er erinnerte sich, dass schon damals Besen in der Halle bereitstanden, um Wasser wegzuwischen. Auch eine ehemalige Lehrerin bestätigte am Rande der Sitzung, dass der marode Zustand des Dachs schon mehr als 20 Jahre bekannt gewesen sei. Elternvertreter hatten vor der Sitzung in einem Brief an die Bezirksvertretung deutlich gemacht, wie dringend die Turnhalle gebraucht werde. Die Botschaft ist angekommen, die Politik drückte aufs Tempo. „Wir brauchen Ideen und Konzepte mit Kosten- und Zeitplan“, sagte Lerch.

Laut Margit Ventulett vom Städtischen Gebäudemanagement (SGB) bietet sich jetzt die Chance, das Schulareal samt benachbartem Bolzplatz neu zu ordnen. Die Bezirksvertretung hatte bereits beschlossen, dort auch eine neue Kita zu bauen. Die Bezirksverordneten wollen aber, dass der Turnhallenneubau vorgezogen wird. Eine „Campusidee“, wie vom SGB vorgeschlagen, dauert ihnen zu lange.

Kritik gab es am Zustand des alten Gebäudes. Ralf Jochen Ehresmann (Linke) sagte: „Wir stehen immer wieder vor dem Problem, dass Abriss und Neubau die letzte Option sind.“ Laut Ventulatt ist in diesem Fall die schlechte Betonqualität der 60 Jahre alten Halle ausschlaggebend gewesen. „Ich weiß nicht, ob solch ein Gebäude durch deutlich bessere Bauunterhaltung länger gehalten hätte, das ist Spekulation“, sagte sie.

Hillevi Burmester (SPD) wies darauf hin, dass es Änderungen in der Dringlichkeit beim SGB geben müsse. In den Planungen, was als nächstes gebaut werden solle, sei die Turnhalle nicht dabei. „Mit Blick auf die einschlägigen Verpflichtungen der Stadt als Schulträger und dem gestörten Vereinsbetrieb duldet die Sache keinen Aufschub“, begründete Marcel Schmitt vom Bürger Bund seinen Dringlichkeitsantrag und bekam volle Zustimmung.