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Autoaufbrüche: Airbag-Diebe kommen immer öfter

Autoaufbrüche : Airbag-Diebe kommen immer öfter

Immer häufiger wird in Bonn nachts in parkende Autos eingebrochen. Bevorzugte Objekte der Diebe sind besonders Airbags, Navigationsgeräte und auch Lenkräder. Jetzt erlebten erneut fünf Autobesitzer in Bad Godesberg eine böse Überraschung, als sie morgens zu ihren Fahrzeugen kamen. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Erfolgreich waren die Diebe jetzt im Villenviertel, in Rüngsdorf und in Friesdorf. Nach Angaben der Polizei haben die Unbekannten in der Nacht zu Dienstag insgesamt fünf Autos aufgebrochen und daraus jeweils die Fahrerairbags gestohlen.

An vier weiteren Fahrzeugen ist der Versuch offenbar gescheitert: Hier wurden die Schlösser der Fahrertüren beschädigt. "Nach bisherigen Erkenntnissen hatten es die Unbekannten auf die Fahrerairbags von Mercedes- und BMW-Fahrzeugen abgesehen", teilte ein Polizeisprecher gestern mit. Betroffen waren in den jüngsten Fällen Autos, die an der Uhland-, der Herder-, der Sedan- und der Jean-Paul-Straße standen - also in einem eng zusammenliegenden Bereich auf der Grenze des Villenviertels zu Rüngsdorf. Ein weiterer Fall wurde im gleichen Zeitraum aus der Straße Im Meisengarten im südlichen Rüngsdorf gemeldet.

Die Vorgehensweise der Täter ist offenbar stets dieselbe: "Sie brechen die Fahrertüren auf und bauen anschließend mit wenigen Handgriffen die Fahrerairbags aus den Lenkrädern aus", beschreibt die Polizei die professionellen Handgriffe.

Das zuständige Kriminalkommissariat 35 hat die Ermittlungen aufgenommen und Spuren an den Fahrzeugen gesichert. Bereits vor den aktuellen Fällen hatten die entsprechenden Akten im Polizeipräsidium ein gehöriges Ausmaß erreicht.

Schon im vergangenen Jahr waren derlei Vorkommnisse immer häufiger gemeldet worden. In diesem Jahr stiegen die Fallzahlen dann rasant an: Allein in den ersten vier Monaten des Jahres hat die Bonner Polizei 95 gestohlene Airbags und 120 Navigationsgeräte zu Protokoll nehmen müssen.

Und in der vergangenen Woche musste das immergleiche Szenario von den Beamten fast schon täglich aufgenommen werden. Besonders betroffen sind zumeist Wohngebiete. heimgesucht wurden neben dem Villenviertel und Rüngsdorf zuletzt etwa Ippendorf, der Venusberg, Holzlar oder auch Wohnorte in Wachtberg und dem nahen Vorgebirge.

Gefragt sind bei den Tätern offenbar vor allem Teile aus Fahrzeugen der Oberklasse - Mercedes, BMW und Audi, an denen es in bestimmten Vierteln Bonns bekanntlich keinen Mangel gibt. Ermittler gehen davon aus, dass hinter den den aktuellen Serien professionelle Banden stecken, die hier regelrecht "Auftragsbestellungen" abarbeiten. Dem Vernehmen nach gibt es in Osteuropa einen florierenden Schwarzmarkt für Bauteile, die dann in andere Autos eingebaut werden.

Für die betroffenen Eigentümer mag es ein schwacher Trost sein, doch Bonn ist beileibe nicht die einzige Stadt, in der sich die Täter tummeln. Als Schwerpunkt gilt beispielsweise auch das Rhein-Main-Gebiet, wo zuletzt ganze Autohäuser heimgesucht wurden.

Das empfiehlt die Polizei

Im Zusammenhang mit den erneuten Diebstählen bittet die Polizei um besondere Aufmerksamkeit. Den Bürgern rät die Behörde: "Scheuen Sie sich nicht, den Notruf 110 zu wählen, wenn Sie verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachten. Machen Sie es den Dieben schwer: Investieren Sie in zusätzliche Sicherungen, wie Alarmanlagen oder bringen Sie die Lenkradkralle mit Airbagschutz an. Auch für alle anderen Festeinbauten gibt es zusätzliche Sicherungsmaßnahmen in Fachgeschäften. Mit diesen Vorkehrungen sichern Sie außerdem Ihr Auto auch gegen den Komplettdiebstahl. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, Ihr Fahrzeug in einer Garage abzustellen, wählen Sie einen gut beleuchteten und einsehbaren Parkplatz", heißt es in einer Pressemitteilung von gestern. Zudem bitten die Ermittler des Kriminalkommissariats 35 unter Tel. 0228 / 150 um Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen.