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Haus an der Redoute: "Alice in Underworld": Magische Momente einer Ausstellung

Haus an der Redoute : "Alice in Underworld": Magische Momente einer Ausstellung

"Eine Fotoausstellung, die sich mit Motiven aus dem Buch Alice im Wunderland beschäftigt, gab es meines Wissens noch nicht", sagte Laudator Professor Hermann Schäfer, Gründungsdirektor des Hauses der Geschichte, bei der Vernissage der Ausstellung der Wachtberger Künstlerin Ellen R. Dornhaus im Haus an der Redoute.

Der Titel der Bilderschau, "Alice in Underworld", bezieht sich auf den Kinderbuchklassiker aus dem Jahre 1865, der erzählt, wie ein Mädchen im Traum allerlei Merkwürdiges erlebt. Wegen des Bekanntheitsgrades dieses Meisterwerks der Kinderbuchliteratur ist der Ausstellungstitel in englischer Sprache.

"Ein zweiter Grund ist, dass das deutsche Wort Unterwelt etwas zu bedrohlich und düster klingt", sagte Ellen Dornhaus. "Es handelt sich in dieser Bilderschau nicht nur um direkt beobachtbare Szenen, sondern ebenso um Inszenierungen von Vorstellungen im Kopf", so die Künstlerin, die Malerei an den Hochschulen für Bildende Kunst in Düsseldorf und Hamburg studiert hat. In der Fotografie ist sie Autodidaktin.

"Ist es Fotografische Malerei oder malerische Fotografie?", fragte Schäfer und beantwortete seine Frage gleich selbst: "Sie sind beides, und damit ist Ellen Dornhaus mehr als einer Kunstrichtung und einer Kunsttechnik verpflichtet."

Der scheinbar objektive Blick der Kamera verbinde sich in ihren Fotos mit Vorstellungen aus Märchen und Mythen, aber auch mit aktuellen Berichten der Medien zu einer subjektiv gesehenen Welt. Durch die Technik der Überblendung, der verwendeten Filter und der selbsthergestellten Objekte werden Bilder oder Bildfolgen kombiniert, in denen die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie verschwimmen.

"Zunächst müssen wir uns frei machen von der Erwartung, dass nämlich Fotos die Wirklichkeit abbilden. Diese Fotos bilden einen Bruchteil von Wirklichkeit ab, sie brechen die Wirklichkeit und verfremden sie", sagte Schäfer.

Und: "Wichtiger ist mir noch etwas anderes: Ich spreche gerne von einem magischen Dreieck zwischen Exponat, hier ist es das ausgestellte Bild, dem Konzept der Künstler und schließlich dem Betrachter. Jeder dieser drei Faktoren ist variabel, das Dreieck verändert sich von Mal zu Mal des Betrachtens geradezu magisch." Die Ausstellung ist bis zum 7. Dezember zu sehen.