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Kommentar zur Bezirksvertretung Bad Godesberg: Alles viel zu zäh

Kommentar zur Bezirksvertretung Bad Godesberg : Alles viel zu zäh

Die politischen Entscheidungen in Bad Godesberg lassen zu lange auf sich warten, findet GA-Redakteur Richard Bongartz.

Die Sitzungen der Bad Godesberger Bezirksvertretung sind wahre Quotenbringer. Selbst bei sengender Hitze, wie am Mittwoch, kommen regelmäßig bis zu 30 Zuschauer, um den Darbietungen zu lauschen. Dabei handelt es sich meist um langatmige Trauerspiele. Egal wie voll die Tagesordnung ist: Es wird viel und oft geredet. Für eine Handvoll Themen gingen jüngst viereinhalb Stunden drauf – für einen Bruchteil des veranschlagten Programms.

Ärgerlich ist vor allem, wenn etwa die Gastronomie im Rüngsdorfer Schwimmbad, ein längst hergerichteter Drachensteinpark oder ein Windfang für die Godesburg monatelang durch die Sitzungen geschleppt werden und sich so zu ungelösten Dauerbrennern entwickeln. Alle schon x-mal ausgetauschten Argumente kommen wieder breit auf den Tisch, wenn ein neuer Antrag eine eigentlich ausdiskutierte Sache wieder ganz von vorn aufrollt.

Man muss sich nicht wundern, wenn ob des zähen Verlaufs die Stimmung häufig gereizt ist. Das missfällt vielen Politikern selbst, die sich unterm Strich als Volksvertreter große Mühe geben. Doch nicht nur den erstaunlich geduldigen Gästen, sondern allen Godesbergern ist nicht damit gedient, wenn nachher wegen fehlender Zeit vieles vertagt wird und jetzt die an sich nicht mehr geplante Sitzung am 4. Juli doch stattfinden muss. Im Sinne aller Bürger muss es also zügiger gehen. Entscheidungen müssen her.

Auf größeres Interesse als die Sitzung stieß an dem Abend nur der Jazz bei Musik im Park nebenan. Zwischendurch wurde dort übrigens auch der eine oder andere Politiker gesichtet…