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Straßengang aus Bad Godesberg: Anklage wegen Erpressung, Diebstahl und Körperverletzung

Straßengang aus Bad Godesberg : Anklage wegen Erpressung, Diebstahl und Körperverletzung

Frauen verprügelt, Jugendlichen die Handys abgezogen, Betrunkene ausgeraubt und Polizeibeamte angegangen: Eine ganze Reihe übler Straftaten sollen die Mitglieder einer Godesberger Straßenbande begangen haben.

Die Staatsanwaltschaft hat die sieben jungen Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren jetzt für die Begehung von insgesamt elf Straftaten angeklagt, zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Unter anderem werden den Heranwachsenden bandenmäßige schwere räuberische Erpressung, mehrere gefährliche Körperverletzungen, Diebstahl und Beleidigung vorgeworfen. Wie ein Gerichtssprecher bestätigte, sollen sich die jungen Männer meist rund um die Endhaltestelle Rheinallee aufgehalten haben.

Vor allem dort sollen sie zwischen August 2012 und Juni 2013 für Angst und Schrecken gesorgt haben. So wurde laut Anklage ein Betrunkener am Godesberger Bahnhof von etwa sechs Personen angegriffen.

Sie sollen ihn geschubst und getreten haben und ihm laut Staatsanwaltschaft dann das Handy und 35 Euro abgenommen haben. Gar nicht komisch fand ein 18-Jähriger offenbar, dass er bei einer Schneeballschlacht von einem Schneeball getroffen wurde, den ein Mädchen auf ihn geworfen hatte. Er soll der 15-Jährigen hinterhergelaufen sein und ihr eine Ohrfeige verpasst haben.

Der Respekt gegenüber den Ordnungskräften scheint gegen null tendiert zu haben: Gegenüber Mitarbeitern des Ordnungsamtes soll ein reichlich vorbestrafter 19-Jähriger am Clara-Fey-Gymnasium bei einer Kontrolle ausgerastet sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nicht nur üble Beleidigungen vor. Er soll einem Mitarbeiter zudem eine volle Wodkaflasche hinterher geworfen und den Mann am Nacken getroffen haben. In seinem Job als Paketfahrer nutzte er anscheinend die Gelegenheit, um ein Paket mitgehen zu lassen, in dem ein Tabletcomputer war.

Laut Anklage wurden auch Polizisten angegriffen: Einem Beamten soll der mutmaßliche Flaschenwerfer in den Unterleib getreten haben. In der Bonner Innenstadt scheint die Bande im Dezember 2012 mit einer Gruppe angehender Polizisten, die privat unterwegs waren, aneinander geraten zu sein. Dabei soll ein Mann einen Faustschlag ins Gesicht abbekommen haben.

Ebenfalls gewalttätig geworden sein sollen zwei Angeklagte in der Nacht auf den 17. Februar 2013. Laut der Staatsanwaltschaft waren sie am frühen Morgen in der Bonner Innenstadt mit drei jungen Frauen in Streit geraten. Zwei Frauen wurden offenbar durch Schläge und Tritte, zum Teil ins Gesicht, verletzt. Der Prozess wird voraussichtlich Ende Januar vor dem Landgericht beginnen.