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Massive Bebauung befürchtet: Anlieger kritisieren Neubauprojekt in Rüngsdorf

Massive Bebauung befürchtet : Anlieger kritisieren Neubauprojekt in Rüngsdorf

An der Bastei- und Heisterbachstraße in Rüngsdorf entstehen vis-à-vis sechs neue Häuser. Die Bürger befürchten eine zu massive Verdichtung des Wohngebiets.

Es tut sich was in Rüngsdorf, und das nicht zur Freude aller Nachbarn. Sowohl an der Basteistraße 19 als auch auf der gegenüberliegenden Ecke zur Heisterbachstraße entstehen Neubauprojekte. Anlieger, die sich beim GA meldeten, befürchten eine zu massive Verdichtung des Wohngebiets. „In diesem Stadtteil verschwinden immer mehr 'grüne Lungen'“, schrieb eine Anwohnerin.

Schon die massive Bebauung im früheren Beckers Garten habe viele Vogelarten verdrängt und den Fuchs, der regelmäßig vorbeischaute, vertrieben. Vermarktung sei wichtiger als Naturschutz.

An der Basteistraße 19 sind bereits alle Anbauten entfernt worden, es sieht so aus, als seien auch die Tage des Fachwerkhauses an der Ecke gezählt. Dem aber ist laut Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann nicht so: „Das Fachwerkhaus bleibt gemäß Erhaltungssatzung stehen.“ Allerdings müsse es in weiten Teilen zurückgebaut werden, daher könne der Eindruck aufkommen, es werde abgerissen. „Wenn der Rückbau abgeschlossen ist, wird es in einem zweiten Schritt wieder standsicher gemacht“, kündigte Hoffmann an.

Man könne sich das so vorstellen, dass im Inneren ein „Kern“ eingebaut werde, damit schließlich das äußere Erscheinungsbild wiederhergestellt werden könne. Auf dem Gelände entstehen der Stadt zufolge drei Einfamilienhäuser; eines davon ist eben jenes Fachwerkhaus. „Der entsprechende Bauantrag ist genehmigt“, so Hoffmann.

Baugenehmigung gab es vor einem Jahr

Einen Steinwurf entfernt, auf dem langgezogenen Grundstück an der Heisterbachstraße mit den Hausnummern 39, 41 und 43 sind die Investoren einen Schritt weiter. Die Rohbauten wachsen schon in die Höhe. Angelegt ist das Vorhaben laut Vize-Stadtsprecher in Form von drei Einfamilienhäusern als Einzelhaus plus Doppelhaus.

„Im Ergebnis des Baugenehmigungsverfahrens wurde in der verwaltungsinternen Prüfung die ursprüngliche Planung von zwei Doppelhäusern, also vier Häusern, auf drei Häuser reduziert“, erklärte Hoffmann. Die Baugenehmigung gab es vor fast genau einem Jahr, die Bagger rollten erstmals am 28. November 2016. Hoffmann erinnerte daran, dass die Bebauungsmöglichkeiten seinerzeit auch in der Bezirksvertretung Bad Godesberg diskutiert wurden – und es grünes Licht gab.

Was die Vorwürfe der Anlieger angeht, sagte Hoffmann, dass bei bauordnungsrechtlichen Genehmigungen die entsprechenden Fachdienststellen beteiligt würden, um alle Aspekte eines solchen Projektes zu beurteilen. „Eine Nachverdichtung erfolgt grundsätzlich auf der Rechtsgrundlage des Möglichen“, so der stellvertretende Pressesprecher der Stadt Bonn.

Diese Rechtsgrundlage wiederum bilde der gültige Bebauungsplan. Oder man greife auf Paragraf 34 des Baugesetzbuches zurück, wenn sich die Maßnahme „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“.