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Hubertinumshof in Bad Godesberg: Anwohner klagen über Dealer und Diebe

Hubertinumshof in Bad Godesberg : Anwohner klagen über Dealer und Diebe

Anwohner beschweren sich über Kleinkriminelle. Immer mehr Dealer und Ladendiebe würden sich auf dem Platz zwischen Koblenzer und Moltkestraße herumtreiben, meinen sie. Vertreter von Stadt und Polizei kündigen Kontrollen an.

„Die Büsche sind wie Schränke, wie Safes“, bemängelt Geschäftsmann Wolfgang Biller. Es geht um die Sträucher in der Grünanlage am Hubertinumshof, an dem er wohnt und arbeitet. Acht gestohlene Portemonnaies habe man dort 2016 gefunden, dazu immer wieder Kleiderbügel von Godesberger Geschäften, die darauf hinwiesen, dass hier Diebesgut gelagert würde. Damit der Hof nicht verkommt, hat Biller am Mittwoch Vertreter des Ordnungsamts, der Polizei und des Amts für Stadtgrün zu einem Ortstermin eingeladen.

Doch nicht nur die Büsche sind ihm ein Dorn im Auge. Immer wieder würden sich hier Jugendliche zum „Vorglühen“ treffen. Mit dem Alkoholpegel steige auch die Lautstärke regelmäßig bis ins Unerträgliche. Ihren Müll ließen sie meistens einfach liegen, nicht selten sei der Hof morgens voller Unrat. Bonnorange sorge zwar dafür, dass der herumliegende Abfall verschwinde, in den Sträuchern bliebe er allerdings meist liegen.

Die wenigen Lampen spendeten nur spärliches Licht; zudem sei eine von ihnen in der vergangenen Woche zerstört worden. Er wolle nicht übertreiben, sagt er, „aber der Hof entwickelt sich langsam in Richtung Party-/Dealer-Szene. Bevor er ein großer Hotspot wird, muss etwas geschehen“.

Carsten Sperling, Abteilungsleiter im Ordnungsamt, kann die Situation aufgrund der Einsatzlage der vergangenen Monate nicht bestätigen. Dem stimmt Ralf Rheidt, Leiter der Bad Godesberger Wache, zu. In den vergangenen acht Monaten sei die Polizei zehn Mal zu einem Einsatz in den Hubertinumshof ausgerückt. Einmal seien dabei unerlaubte Betäubungsmittel gefunden worden. „Aus polizeilicher Sicht ein unauffälliger Ort“, schlussfolgert Rheidt.

Polizei nimmt Sorgen ernst

Doch Biller meint, die Kontrollen der Polizei und des Ordnungsamts seien teilweise wirkungslos: „Der Hof hat vier Zugänge, die alle gut einsehbar sind. Es ist der ideale Standort, um sich schnell dünne zu machen, wenn was ist.“ Potenzielle Kontrolleure könnten die Jugendlichen schon bei der Einfahrt auf den Hof sehen und würden verbotene Substanzen kurzerhand in den Büschen verstecken. Zudem würden die Anwohner nicht jedes Mal die Polizei rufen, wenn Jugendliche randalierten.

Trotz ihrer Einschätzung versprechen die Beteiligten die Situation zu verbessern. Die Polizei nehme die Sorgen der Bürger ernst und werde an dieser Stelle auch in Zukunft Präsenz zeigen, selbst ohne vorherigen Anruf. Sperling verspricht, das Tiefbauamt zu kontaktieren, damit dieses die kaputte Lampe repariere und so für Helligkeit auf dem Platz sorge.

Jan Brumhard, Abschnittsleiter Bad Godesberg beim Amt für Stadtgrün, bietet an, die unteren Äste der Büsche hochzubinden, damit die Sträucher nicht länger als Versteck dienen könnten. Außerdem wolle er die beiden frei beweglichen Bänke am Brunnen abholen lassen, damit weniger Anreiz zum Verweilen besteht. Tagsüber würden diese ohnehin kaum genutzt, so Biller.