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Bauarbeiten in Bonn: Arbeiten für das neue Gemeindezentrum in Rüngsdorf begonnen

Bauarbeiten in Bonn : Arbeiten für das neue Gemeindezentrum in Rüngsdorf begonnen

Bagger graben an der Erlöserkirche in Bonn: Bis Herbst 2019 soll der neue Bau an der Kirche an der Friedrichallee 20 fertig sein.

Ein neues Gemeindezentrum mit elf Parkplätzen entsteht zurzeit neben der Erlöserkirche an der Rüngsdorfer Straße. Dafür wurde das ehemalige Pfarrhaus im Februar abgerissen. Laut Pfarrer Norbert Waschk werden dort in Zukunft die alltäglichen Veranstaltungen der Gemeinde, wie beispielsweise die Treffen der Jugendgruppen, stattfinden und so für einen Aufschwung des Gemeindelebens sorgen. Für größere Veranstaltungen wie Konzerte oder Theateraufführungen ist weiterhin der historische Gemeindesaal an der Kronprinzenstraße da.

Das neue Gemeindezentrum wird ein „moderner Bau mit großen Glasflächen“, so Waschk. Diesen lässt sich die Kirche rund 3,8 Millionen Euro kosten. Das Zentrum wird durch einen Gang mit der Kirche verbunden. Dadurch müssen die Besucher nicht außen herumlaufen und können auch bei Regen bequem das Gemeindezentrum erreichen.

Transparent und lichtdurchflutet

Äußerlich soll sich das Gebäude der Optik der Kirche anpassen und unterordnen. Die Klinker des Zentrums werden jenen der Kirche ähnlich sein. Mit viel Holz und Glas soll das Gebäude transparent und lichtdurchflutet wirken. Gleichzeitig wird das neue Gebäude so flach gebaut, dass die Kirche im Vordergrund bleibt.

Die Gemeinde muss die wegfallende Bepflanzung ersetzen. Dafür wird das Dach begrünt. Hinter der Kirche entsteht ein Garten mit Bäumen und Bänken. Um die Ästhetik des Gebäudes nicht zu zerstören, wird die Lüftung nicht wie sonst üblich auf dem Dach, sondern im Keller untergebracht.

Außerdem soll es einen direkten Durchgang zum Grundstück des Alten- und Pflegeheims St. Vinzenzhaus geben. Dann können die dort wohnenden Senioren problemlos das Gemeindezentrum erreichen, während die Gemeinde auch ab und zu den Park der Vinzentinerinnen für Veranstaltungen nutzen darf.

Der Bürger Bund Bonn hatte im Vorfeld die für ihn nicht ausreichenden Parkplätze bemängelt. Pfarrer Norbert Waschk sieht darin indes kein Problem: „Die meisten Senioren, Kinder und Jugendlichen kommen nicht mit dem Auto. Sie fahren Fahrrad oder kommen zu Fuß. Darüber hinaus ist das Gemeindezentrum durch die nahe liegende Bushaltestelle gut zu erreichen.“

Überzeugende Raumaufteilung und moderne Optik

Nach einem erfolgreichen Architektenwettbewerb wurde das Projekt vor zwei Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch das Planungsverfahren gestaltete sich zunächst schwierig. Der Bebauungsplan der Stadt Bonn entstand in den 70er Jahren. Die ursprünglichen Baulinien verliefen rund um das denkmalgeschützte Pfarrhaus. Für das neue Projekt reichte dieser Platz nicht aus. Eine Empfehlung der Stadt war die Befreiung von den Baulinien. Diese ebnete dem Projekt den Weg. Trotzdem musste die Gemeinde einen Kompromiss eingehen. Der Neubau wird zehn Prozent kleiner als ursprünglich geplant.

Im Architektenwettbewerb konnte sich ein Paar aus Münster gegen acht weitere Konkurrenten durchsetzen. „Die Raumaufteilung und die moderne Optik haben uns überzeugt. Außerdem stellt ihr Projekt keinen zu großen Gegensatz zur Erlöserkirche dar“, begründet Waschk die Entscheidung der Jury.

Von den Architekten stammt auch die Idee, Glasstücke aus den beiden in Zukunft wegfallenden Fenstern in die neue Zugangstür einzubauen, um so ein Stück Geschichte zu erhalten. Im Herbst 2019 soll das neue Gemeindezentrum beziehbar sein.