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Ausstellung in Godesberg: Blicke hinter Kulissen des UKB​

Ausstellung in Bad Godesberg : Fotograf gibt Einblick hinter die Kulissen der Bonner Uniklinik

Marcus Westen hat mit seiner Kamera ein halbes Jahr lang hinter die Kulissen des UKB geblickt. Dabei eröffnet der Fotograf zahlreiche Perspektiven, die der Öffentlichkeit ansonsten verborgen sind.

Knapp viereinhalb Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Uniklinikum Bonn und der Volkshochschule im Herzen von Bad Godesberg. Dass der riesige Klinikkomplex auf dem Venusberg jetzt im Herzen von Bonns südlichstem Bezirk eine imposante Rolle spielt, liegt an den Fotos von Marcus Westen. Mit der Unterstützung von Marcus Krüger, am UKB Leiter der Abteilung Geräte- und Medizintechnik, konnte Westen in den vergangenen Monaten Einblicke in Bereiche der Klinik erhalten, die ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Das Ergebnis ist bis 28. Februar 2023 in einer Ausstellung in den Erdgeschoss-Fluren der VHS am Michaelshof zu sehen. Danach wird die Schau auch an den Ort des bildlichen Geschehens wandern.

Von den Versorgungskellern über die Stationen und Operationssäle bis hinauf zum Helikopter-Landeplatz: Bei insgesamt 17 Ortsterminen in dem gigantischen und für Außenstehende kaum überschaubaren Krankenhausbetrieb konnte Westen mit seiner Kamera alle erdenklichen Facetten eines „Maximalversorgers“ in Sachen Gesundheit aufgreifen: „Ich hätte zunächst gar nicht gedacht, dass ich in so viele Bereiche eingelassen werde“, sagt der Bonner, der im Hauptberuf Firmen zum Thema IT-Management berät. „Strukturen von Arbeitswelten sind mir durchaus bekannt, das UKB ist aber eine ganz besondere Nummer.“

Technik, Logistik, Arbeitsplätze und Menschen

Über ein halbes Jahr hinweg hat der Fotograf nicht nur die titelgebende „Arbeitswelt“ von fast 9000 Beschäftigten kennengelernt und dokumentiert, er liefert vor allem Perspektiven, die Besucher oder Patienten bei ihren Aufenthalten nicht zu sehen bekommen. Für die Ausstellung hat Westen sowohl die vielfältige Technik und Logistik als auch konkrete Arbeitsplätze und -bereiche dokumentiert, die in einem breiten Bogen von der allgemeinen Versorgung bis zum ganz direkten Patientenkontakt anzusiedeln sind. Diese hat der Fotograf für die Ausstellung in Themenbereiche zusammengefasst, für deren Vielfalt man sich Zeit nehmen muss. So lässt sich etwa der Ablauf einer Notfallaufnahme nachverfolgen, komplexe medizinische Geräte und verschlungene Versorgungsleitungen offenbaren in Westens Fotos auch eine künstlerische Note.

Auch in den Operationssälen konnte Westen arbeiten – „es waren Einblicke in einen Bereich, in dem Leben und Tod oft nahe beieinander liegen“, sagt Westen. „Während ich dort war, habe ich nur an das nächste Bild und meine Aufgabe gedacht. Da hilft die Erfahrung. Die Gedanken kamen erst im Nachhinein. Möglich gemacht hat die besondere Fotoexpedition sein Namensvetter und Nachbar. „Ich war sofort begeistert von der Idee, unseren Betrieb durch solch eine Dokumentation ein Stück transparenter zu machen“, sagt Krüger. „Seine direkte Fürsprache bei der UKB-Verwaltung hat meine Arbeit überhaupt möglich gemacht“, betont Westen. Dank guter Drähte zur Bonner Volkshochschule und speziell zur Dependance in Bad Godesberg war auch ein Ausstellungsort schnell gefunden. „Wir sind froh und stolz, dass wir die Bilder zeigen dürfen“, sagt die scheidende Leiterin Ingrid Schöll.

166 Aufnahmen aus 11.000 ausgewählt

Für die Ausstellung hat Westen aus rund 11.000 Aufnahmen zunächst 250 Motive ausgewählt. „Danach habe ich, auch in Absprache mit Marcus Krüger, auf die 166 Aufnahmen heruntergebrochen, die jetzt zu sehen sind“, sagt der Fotograf. Auf Hinweistafeln zu den Motiven habe er bewusst verzichtet. Mit einem QR-Code, der an mehreren Stellen in der Ausstellung auf Hinweisschildern zu finden ist, lassen sich in einer Online-Version der Ausstellung weiterführende Informationen abrufen.

Die Foto-Ausstellung „Arbeitswelt“ ist zu den regulären Öffnungszeiten der Volkshochschule Bad Godesberg (montags bis freitags, 9 bis 12 Uhr, sowie montags bis donnerstags, 14 bis 16 Uhr) sowie bei besonderen Terminen zu sehen.