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Godesberger Parkhäuser: Autofahrer meiden dunkle Etagen

Godesberger Parkhäuser : Autofahrer meiden dunkle Etagen

Der GA hat Bad Godesbergs Parkhäuser getestet: Wie sauber und sicher sind sie? Vor allem Frauen suchen gezielt Plätze, weil sie sich nicht überall sicher und wohl fühlen.

Die Herbstferien sind vorüber, die meisten Urlaubstage aufgebraucht, und die Adventszeit naht. Wie so oft im November macht sich das auch am Verkehrsaufkommen in den Innenstädten bemerkbar.

So reiht sich auch auf den Straßen Bad Godesbergs vielfach Stoßstange an Stoßstange, während die Autofahrer mühsam nach einem Parkplatz Ausschau halten. Und nicht nur die Suche gestaltet sich oftmals unerfreulich; Verdruss kann sich auch einstellen, wenn man den ersehnten Parkplatz endlich gefunden hat. Der General-Anzeiger hat sich in den drei öffentlichen Parkhäusern der Bad Godesberger Innenstadt umgesehen.

Stellplätze gibt es in Bad Godesberg reichlich - überdacht und unter freiem Himmel, kostenfrei und gebührenpflichtig, am Straßenrand oder auf Großparkplätzen wie an der Rigal'schen Wiese. Wer es aber besonders bequem haben möchte und kurze Wege bevorzugt, der wählt eines der drei öffentlichen Parkhäuser. Doch wie steht es dort um Sauberkeit und Sicherheit?

  • Neben dem Kinopolis an der Moltkestraße beherbergt das Parkhaus 117 Parkplätze, einen Euro kostet die Stunde, für Kinobesucher gibt es eine Pauschale. Doch wer nach dem Kinobesuch den Kassenraum betreten will, muss zunächst schwere Eisentüren öffnen. Dahinter verbirgt sich wenig Einladendes: Den Überwachungskameras zum Trotz dominieren Uringeruch und verschmutzte Wände den Gesamteindruck. Am Automaten gibt es eine Sprechtaste. Durch eine weitere Eisentür geht es zu den Parkdecks, auf denen auch Frauenparkplätze ausgewiesen sind, die gegenüber dem Aufgang liegen. Bis auf die Beschilderung scheint aber auf den ersten Blick kein weiterer Unterschied zu den restlichen Parkplätzen zu bestehen. Von den benachbarten Gleisen dringt Bahnlärm zu den Wagen. Trotz der Beleuchtung wirkt das Parkhaus durch die dunkel gestrichenen Wände eher unbehaglich.
  • Obwohl das Parkhaus unterhalb der City-Terrassen vom selben Unternehmen betrieben wird wie das Gebäude am Kinopolis, macht dieses Parkhaus zunächst einen weitaus besseren Eindruck. Von der Einfahrt über die Villichgasse gelangen die Autofahrer auf Parkdeck 2, das in hellen Farben gestrichen ist und mittels einiger Schilder den Weg zu Frauenparkplätzen weist, wo es an den Innenseiten der Säulen auch Notrufschalter gibt. Auch für ausreichend Beleuchtung ist im Parkhaus gesorgt, so dass man sich auf den ersten Blick sicher fühlen kann. "Hier herrscht reger Betrieb. Ich fühle mich sehr sicher und habe nichts zu meckern", sagt eine Passantin. Genau deswegen steuere sie auch immer genau dieses Parkhaus an, wenn sie in der Innenstadt sei. Derweil kritisiert eine weitere Passantin, dass ihrer Ansicht nach zu wenige Frauenparkplätze vorhanden seien und sie die Parkdecks trotz der Hinweisschilder zu unübersichtlich finde. Während das Parkdeck 2, von Tageslicht beschienen, deutlich stärker belegt ist, wirkt das Erscheinungsbild der beiden tiefer gelegenen Parkdecks 3 und 4 weniger erfreulich. Trotz Beleuchtung fühlt man sich dort unwohler. Auch lassen die dunkel angestrichenen Wände den Raum enger wirken.
  • Das Parkhaus unter der Fronhofer Galeria, unter Ägide eines anderen Betreibers stehend, kann eine Auszeichnung mit der ADAC-Parkhaustafel "Das benutzerfreundliche Parkhaus" vorweisen. Neben den Parkplätzen für Kunden der Geschäfte in der Fronhofer Galeria befinden sich dort auch Parkmöglichkeiten für Mitarbeiter der umliegenden Bürogebäude. In einer Loge steht ein Mitarbeiter für Fragen und bei Problemen zur Verfügung. Das Parkhaus erscheint beim Betreten gut ausgeleuchtet und ruhig. Schilder weisen auf einen Kinderbuggy- und Regenschirmverleih sowie einen Herzdefibrillator an der besetzten Loge hin. Darüber hinaus, so verrät ein Schild, bietet das Personal des Parkhauses Hilfe bei technischen Problemen mit dem Auto an. Die einzelnen Parkflächen sind mit schwarzer Farbe vom weißen Untergrund abgehoben und verschaffen mit ihrer deutlich sichtbaren Nummerierung eine leichtere Orientierung. Besonders auffallend sind die Notrufschalter unweit der Frauenparkplätze. Eine Passantin bezeichnet das Parkhaus in der Fronhofer Galeria als "bestes Parkhaus in Godesberg". Durch die Kameras und die Überwachung durch das Personal fühle sie sich hier selbst in den Abendstunden sicher.

Unterm Strich: Hinsichtlich Lage, Größe, Sauberkeit, Sicherheitsvorkehrungen und Zusatzleistungen weisen die drei Parkhäuser durchaus Unterschiede auf. Und je nachdem, welcher Aspekt den Nutzern besonders wichtig ist, wird sich die Wahl des Stellplatzes mitunter unterscheiden.