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Lesung zum Zusammenzucken: Autor Simak Büchel las aus seinem Kinderbuch "Bogumils Boten"

Lesung zum Zusammenzucken : Autor Simak Büchel las aus seinem Kinderbuch "Bogumils Boten"

Mit einem schwarzen Brief fängt die Geschichte um Tammo, Schwester Dodo und Mutter Feodora an. "Habt ihr auch schon mal einen geheimnisvollen Brief erhalten?", fragt Kinderbuchautor Simak Büchel in die Klasse.

Die Kinder legen sofort los. "Ja klar!", ruft einer. "Aber keinen schwarzen, der sich selbst auflöst, nachdem er gelesen wurde", fügt ein anderer hinzu. So etwas gebe es nur bei James Bond oder in den Filmen von Jackie Chan. Dass es sich gestern bei Büchels Besuch in der Siebengebirgsschule um eine Autorenlesung handelte, bemerkte man gar nicht. Viel mehr war es Theater, das auf dem Kinderbuch "Bogumils Boten" fußte.

Seit neun Jahren kommt Simak Büchel, der in Bonn geboren wurde und in Ruppichteroth im Rhein-Sieg-Kreis lebt, an die Siebengebirgsschule. "Das ist schon zu einer Tradition geworden, einmal im Jahr besucht er uns", sagte Lehrerin Gabriele von Bierbrauer, die die Lesungen mit Marie-Louise Wiewecke vom Förderverein organisiert. Denn Büchels Gage wird hauptsächlich vom Förderverein bezahlt, auch die Eltern geben einen Teil dazu. "Das lohnt sich aber wirklich", so von Bierbrauer. Normalerweise würden die Fünft- bis Achtklässler keine halbe Stunde ruhig sitzen können. Wenn Büchel mit seiner Leseshow anfängt, sind sie konzentriert, raten und fiebern mit. Manchmal durchfuhr die knapp 30 Schüler ein Schrecken. "Als er laut wurde, bin ich richtig zusammengezuckt", sagte der zehnjährige Nasifou. Düster wurde es, als Simak Büchel einen Agenten darstellte, der hinter einem Päckchen her war. Der schwarze Brief von "Bogumil" war nämlich ein Botenauftrag für die Familie, dieses Päckchen nach Schweden zu transportieren. In der zweiten Gruppe mit etwa 20 Kindern erzählte Büchel eine Piratengeschichte.

Die beiden Bücher über "Bogumils Boten" haben mehr als 350 Seiten, ein dritter Band ist gerade in Planung. "Das ist viel zu lesen, das schreckt ab", sagte Büchel. Er wolle den Kindern mit seinen ungewöhnlichen und lebendigen Lesungen eine Leiter anlegen, mit der die Herausforderung geschafft werden könne. Und dazu gehörte auch, zu berichten, wie er auf seine Ideen kommt. Er zeigte Bilder von einer Reise nach Südamerika und einem Berg in Paraguay, in dessen Höhlen sich ein Teil der Geschichte abspielt.