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Bad Godesberg: Ärger nach Aststurz in der Gotenstraße

Gefährliches Hindernis : Ärger nach Aststurz in der Gotenstraße in Bad Godesberg

Ein Anwohner klagt nach einem abgestürzten Ast an der Godesberger Gotenstraße über schlechte Erreichbarkeit des Amts für Stadtgrün. Zudem hätten Gefahren des Baumes erkannt werden müssen, meint er. Die Verwaltung hält dagegen.

Dass längst nicht alles Gute von oben kommt, hat Michael Rieck jüngst direkt vor seiner Haustür, genauer gesagt am nahe gelegenen Geh- und Radweg in der Gotenstraße erlebt. Nachdem dort in einer stürmischen Nacht ein kräftiger Ast einer Platane abgebrochen war, verständigte der GA-Leser am folgenden Morgen das Amt für Stadtgrün – allerdings auf Umwegen. Beim Versuch, die Behörde telefonisch zu erreichen, landete er bei einer Bandansage, die auf die Möglichkeit des E-Mail-Kontakts verwies. „Ist das denn angemessen, wenn es schnell gehen soll?“, fragt sich Rieck. Außerdem ärgert er sich darüber, dass ein Mitarbeiter der Stadt ihm gegenüber vor einigen Monaten eine Aussage zum vermeintlich sicheren Zustand der Bäume in der Gotenstraße getroffen hätte.

„Das war wohl nichts“, sagt Riecks. „Man will sich nicht vorstellen, wenn jemand darunter gestanden hätte oder mit dem Rad unterwegs erwischt worden wäre.“ Dies sei zudem nicht der erste abgebrochene Ast in der Gotenstraße gewesen, sagt der Anwohner. „Vor zwei Wochen passierte dasselbe am helllichten Tag. Der Ast fiel nur knapp neben unserem Dogsitter samt Hund auf den Boden.“ Schon damals habe er das Amt für Stadtgrün angerufen, die Antwort von dort soll gelautet haben: „Wir haben alles geprüft, die Äste sind sicher“, erinnert sich Rieck.

Vor einiger Zeit habe er einen Baumkontrolleur der Stadt in der Straße getroffen. „Er hat mir erklärt, dass die Bäume und damit die Äste als sicher gelten.“ Der Kontrolleur habe zudem gesagt, „dass die Platanen in der Straße wie überall sonst nach Ansicht von unten begutachtet werden. So habe ich ihn verstanden.“ Rieck fragt sich, ob das denn ausreiche – aus seiner Sicht war dies vor seiner Haustüre nicht der Fall: „Bei solch alten Bäumen habe ich meine Zweifel, auch wenn ich kein Experte bin.“

Das Amt für Stadtgrün bestätigt den nächtlichen Absturz des Astes auf GA-Anfrage, ebenso das Ausrücken zur Beseitigung des nicht ungefährlichen Hindernisses. Etwa zehn Zentimeter im Durchmesser soll der Ast am dicken Ende gemessen haben. „Der Sturmschaden war nicht vorhersehbar und steht in keinem Zusammenhang mit einem Kontroll- oder Pflegeversäumnis“, sagt Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Das Ast sei noch am Freitagmorgen durch einen Gartenmeister entsorgt worden. Der Hinweis auf das Hindernis soll laut Hoffmann vom Hausmeister der gegenüberliegenden Elisabeth-Seibert-Schule gekommen sein.

Stadt verweist auf schnelle Beseitigung der Gefahrenstelle

Die Mitarbeitenden aus dem Gartenmeisterbezirk hätten zudem beim Aufräumen bemerkt, dass sich weiteres loses Astwerk in der Krone befand und dies an die städtische Baumpflegekolonne gemeldet. „Die zur vorläufigen Sicherung erforderlichen Maßnahmen wurden noch am selben Tag durchgeführt“, betont der Sprecher. Abschließende Arbeiten am Baum seien am folgenden Montag erledigt worden.

Ein Versäumnis von Kontrollpflichten sieht Hoffmann nicht: „Alle Bäume in der Unterhaltung des Amtes für Umwelt und Stadtgrün werden regelmäßig alle 15 Monate überprüft, diese Platane zuletzt am 14. Februar 2022.“ Dabei sei Handlungsbedarf festgestellt „und fristgerecht am 22. April 2022 abgearbeitet worden“. In Sachen Erreichbarkeit weist der Sprecher auf diese Möglichkeit hin: „Grundsätzlich sollten sich Bürgerinnen und Bürger in dringenden Fällen, wenn etwa Gefahr in Verzug ist, an den Stadtordnungsdienst oder an die Feuerwehr wenden.“