1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Bad Godesberg: Ambulanter Hospizdienst Odilie wird zehn Jahre alt

Spiritueller Beistand : Bad Godesberger Hospizdienst wird zehn Jahre alt

Seit zehn Jahren begleitet der Ambulante Hospizdienst Odilie Sterbende. 20 Hospizhelfer, vor allem höheren Alters, helfen ehrenamtlich daheim und in Altenheimen.

Das Spirituelle auf dem letzten Weg stand stets im Vordergrund: Vor nunmehr zehn Jahren ist der in Godesberg ansässige Ambulante Hospizdienst Odilie e.V. vom Sozialkreis der Christengemeinschaft Am Büchel 57 gegründet worden. Es sei bei diesem, nach einer elsässischen Heiligen aus dem achten Jahrhundert benannten Dienst darum gegangen, speziell ausgebildete Ehrenamtliche nach Hause oder in Altenheime zu Sterbenden zu schicken, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten, berichtet Alois Schäfer aus dem Vereinsvorstand. Das Gemeinschaftsmitglied Irmgard Hasselmann habe sich für den Ausbau dieses überregionalen Hospizdienstes für die Bonner Region besonders eingesetzt.

Heute kann die Vereinskoordinatorin Babette Hünig 20 fortgebildete Ehrenamtliche an die Krankenbetten schicken: Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen, die sich ein bis zwei Stunden die Woche oder in der schweren Sterbephase auch intensiver engagieren wollen. „Es sind meist ältere Freiwillige, die Zeit haben und wach für das Thema Sterben geworden sind. Wir hatten aber schon eine Studentin dabei“, berichtet Hünig.

Praktikumszeit von 100 Stunden

Die Freiwilligen haben jeweils eine über 100-stündige Aufbau- und Praktikumszeit durchlaufen. „Dabei haben sie sich selbstverständlich geistig auch mit dem eigenen Sterben auseinandergesetzt."

Der Verein habe seit 2011 schon mehreren Hundert Sterbenden zur Seite gestanden, ergänzt Schäfer. „Wir begleiten keineswegs nur Mitglieder der Christengemeinschaft, sondern jeden, der unsere Hilfe braucht, Menschen mit und ohne Religion, und zwar kostenfrei“, betont Hünig. Das Team sei regelmäßig auch in zwei Godesberger Altenheimen aktiv.

Die Koordinatorin geht anfangs zu einem Erstbesuch in die Familien oder Heime, um dann zu schauen, wer aus dem Pool ihrer Ehrenamtlichen am besten zu dem Schwerkranken passt. Die Chemie zwischen beiden Seiten muss ja stimmen. Im Verlauf steht Hünig dann auch selbstverständlich weiter zum Austausch bereit. Grundlage des Handelns der Begleitung von Sterbenden und ihren Zugehörigen seien die persönlichen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse und Wünsche, betont Schäfer. „Denn gerade das Sterben ist heute weniger im Bewusstsein der Menschen verankert und mit vielen Ängsten besetzt.“ Man biete danach auch Trauerbegleitung an, ergänzt Hünig.

„Keine Konkurrenz zu ambulanten Hospizdiensten“

Der Hospizdienst Odilie sehe sich übrigens in keinerlei Konkurrenz zu anderen ambulanten Hospizdiensten in Bonn, macht Schäfer klar. „Auch wir sind im überregionalen Hospizforum Rhein-Sieg mit eingebunden. Wir ergänzen uns mit den anderen.“ Eine Warteliste für Hilfesuchende führe man nicht, sondern schließe sich, wenn kein Ehrenamtlicher frei sei, selbstverständlich mit den anderen Diensten kurz. Die Finanzierung des für die Nutzer kostenlosen Einsatzes geschehe über Spenden.

Grundlegende Anregungen für ihre Arbeit schöpften die Begleiter des Vereins übrigens aus dem anthroposophischen Menschenbild, macht Schäfer klar. Deshalb lädt der Verein zum Jubiläum auch zu einem öffentlichen Vortrag ein. Am Freitag, 24. September, spricht ab 19.30 Uhr die bekannte Ärztin Michaela Glöckler in der Aula der Freien Waldorfschule Tannenbusch, Stettiner Str. 21, zum Thema: „Der Weg aus dem Erdenleben – Sterbebegleitung aus anthroposophischer Sicht“.

Kontakt: Ambulanter Hospizdienst Odilie e.V., Am Büchel 57, Tel. 0228-93597180, Internet: www.hospizdienst-odilie.de