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Bad Godesberg: Anwohner reagieren entsetzt auf Beschnitt der Büsche

Beschnitt von Büschen : Anwohner am Noßbacher Weg entsetzt über Kahlschlag

Die Sträucher rechts und links der Straße Am Noßbacher Weg sind Biotope für die Vögel und wurden nun fast bis unten beseitigt, beklagen Anwohner. Die Verwaltung hält dagegen: Die Sträucher wurden fachtechnisch korrekt gekürzt.

Bad Godesberg. Mit Entsetzen reagieren einige Anwohner auf den gerade erfolgten Beschnitt der Büsche am Noßbacher Weg in Lannesdorf. „Die Sträucher rechts und links der Straße sind doch Biotope für die Vögel und wurden nun einfach fast bis unten beseitigt“, klagt eine GA-Leserin, „und das in Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens.“ Sie bezweifele, dass die Stadt an der Lannesdorfer Straße wirklich Fachleute beauftragt habe. Auf GA-Anfrage bei der Verwaltung bestätigt Isabel Klotz vom Presseamt, dass das Amt für Umwelt und Stadtgrün dort tätig gewesen sei. Es habe sich hier um Schnittmaßnahmen, ein sogenanntes „Auf-den Stock-setzen,“ gehandelt, so Klotz. Und das werde bei solchen Pflanzungen wie an der Lannesdorfer Straße üblicherweise alle 15 bis 20 Jahre durchgeführt.

„Dieser für Fachfremde äußerst radikal wirkende und erst mal optisch nicht ansprechende Rückschnitt stellt eine übliche Maßnahme zur Naturverjüngung sowie der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit von Gehölzstreifen dar“, erläutert Klotz für Stadtgrün. Der Rückschnitt komme auch auf Biotopflächen zum Einsatz. In den Randstreifen am Noßbacher Weg stünden Sträucher wie zum Beispiel der Haselnussstrauch, erklärt die Mitarbeiterin des Presseamts. Der treibe aus der Basis aus und müsse somit wirklich unten abgeschnitten werden, wie es vor Ort geschehen sei. Der Grund: Haselnusssträucher würden ansonsten überaltern und letztendlich ausfallen.

„Eine vollständige kostenaufwändige Neuanlage der Fläche wäre notwendig“, gibt die Sprecherin der Verwaltung zu. Bis diese sich aber wieder entwickelt habe, vergingen Jahre. „Nicht so bei dem Auf-den Stock-setzen“, argumeniert Isabel Klotz. Hier würden die Sträucher bereits im ersten Jahr wieder ausschlagen. „Und im zweiten Jahr ist von dem Rückschnitt nichts mehr zu sehen.“ Die Stadt wende dieses Verfahren jedes Jahr an verschiedenen Flächen an. „Es ist sowohl fachtechnisch als auch arten- und naturschutzfachlich korrekt“, betont Klotz. Es trage also zum Erhalt von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen bei. Und das auch am Noßbacher Weg. ham