Wechsel an der Spitze in Bad Godesberg Das ist die neue Chefärztin der Godeshöhe

Bad Godesberg · Katrin Rauen hat musikalisches Talent, liebt Sport – und ist neue Chefärztin am neurologischen Rehabilitationszentrum. Die 53-Jährige gibt einen Einblick, warum es sie nach 25 Jahren wieder ins Rheinland verschlagen hat, was die Godeshöhe so besonders macht und wie ihr Weg dorthin verlief.

 Katrin Rauen ist neue Chefärztin in der Godeshöhe.

Katrin Rauen ist neue Chefärztin in der Godeshöhe.

Foto: Axel Vogel

Dass es Katrin Rauen in die Medizin verschlägt, war nicht selbstverständlich. Denn die heute 53-Jährige ist nicht nur mit vielen Interessen, sondern auch mit vielen Talenten gesegnet. So hätte es auch eine Karriere als Musikerin werden können. Oder als Sportlerin. Oder als Journalistin. Doch dann fiel die Entscheidung für die Medizin – und es begann ein langer, abwechslungsreicher Weg, an dessen nächster Station Rauen nun angekommen ist. Seit einigen Wochen ist sie die neue Chefärztin in der Godeshöhe.

„Ich hätte mir schon eine Klavier-Solo- oder eine Orchester-Karriere vorstellen können“, so die gebürtige Rheinländerin, die in Köln geboren wurde und in Leverkusen aufgewachsen ist. Dann habe sie doch eher ihr medizinisches Talent gesehen und sich in der Oberstufe eindringlich mit dem Thema befasst. Am Anfang stand die Ausbildung zur Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Kinder- und Erwachsenenneurologie. Die absolvierte sie in der Landeshauptstadt. Was folgte, waren Tätigkeiten in den Unikliniken Düsseldorf und Essen, am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln und am Kinderzentrum in München.

Inklusion ist ihr großes Anliegen

In Köln habe sie viel mit Kindern gearbeitet. „Seitdem ist mein großes Anliegen die Inklusion“, sagt Rauen. In München standen ebenfalls die Behandlung und die Rehabilitation von Menschen mit Gehirnverletzungen im Mittelpunkt – egal ob angeboren oder erworben. „Mein kleinster Patient hat bei der Geburt 300 Gram gewogen“, so die 53-Jährige, die noch immer Kontakt mit ihm hat. „Er ist inzwischen selbst Familienvater und hat mich über Social Media kontaktiert, da sein Kind ebenfalls Physiotherapie bekommen sollte.“

München war zwar ab 2005 ihr Medizin-Studienort, blieb aber nicht die letzte Station. Vielmehr verschlug es Rauen, die die Behandlung von Gehirnverletzungen international weiterentwickelte, in die USA, nach Südafrika und nach England. Schließlich ging es nach Zürich, wo sie unter anderem ihren Facharzt in Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie machte und im Gebiet der Neuropsychiatrie habilitierte. Dabei nahm Rauen vor allem die Lebensqualität von hirnverletzten Personen in den Blick. Außerdem standen Alzheimer- und Demenzfrüherkennung im Fokus. Um nur einen kurzen Einblick in die erfolgreiche und wechselvolle Vita der neuen Godeshöhe-Chefärztin zu bieten.

Nun hat es sie nach fast 25 Jahren wieder ins Rheinland verschlagen. Doch warum sollte es die Godeshöhe sein? Sie kenne das neurologische Rehabilitationszentrum seit Kindertagen. „Es ist sehr renommiert.“ Das Einsatzgebiet sei sehr attraktiv, es gehe nicht nur um die neurologische Rehabilitation, sondern unter anderem auch um den Aufbau der Psychotherapie, der ihr obliegt.

Ihr Team betreut 360 Patienten

360 Patienten betreue ihr Team. Eine große Zahl. Die es ermögliche, Muster abzulesen, Therapien zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. „Das ist wirklich ein großer Vorteil.“ Darüber hinaus sei ihr der Träger wichtig, der hinter einer Einrichtung steht. „Ich gehe mit dem Leitbild der Johanniter ‚Aus Liebe zum Leben’ konform, das spiegelt meine Haltung wider“, sagt Rauen. Auch die Aussage „Fortschritt ist Tradition“ könne sie teilen. Und der Blick auf die Wirtschaftlichkeit einer medizinischen Einrichtung sei ebenfalls wichtig. Denn sie führe zu Freiheiten. „Wir schauen auf die Wirtschaftlichkeit, damit die Patienten auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft, die besten Therapiemöglichkeiten bekommen.“

Und in ihrer Freizeit – sofern davon etwas bleibt? Rauen lacht. Freunde und Familie sind ihr sehr wichtig. Doch auch auf dem Tennisplatz ist die Chefärztin – die sich aktuell noch auf der Suche nach einem Club samt Mannschaft befindet – nicht selten zu sehen. Und wer sich von ihrem musikalischen Talent überzeugen möchte, hat auch dazu die ein oder andere Gelegenheit. Denn in einen Chor ist sie schon eingetreten. Und ist in Kürze bei Bachs Weihnachtsoratorium dabei.

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