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Bad Godesberg: Glaskarree wieder offen - Ausstellung „Zwei Positionen“

Gemeinschaftsausstellung „Zwei Positionen“ : Das Glaskarree in Bad Godesberg hat wieder geöffnet

Der Godesberger Kunstverein zeigt in der Gemeinschaftsausstellung „Zwei Positionen“ Werke von Zarko Radic und Maria Rohr. Das im Lockdown eingeführte 360-Grad-Konzept soll beibehalten bleiben.

Abstrakte Traumwelten und Begegnungen auf Papier: In ihrer Gemeinschaftsausstellung „Zwei Positionen“ präsentieren Zárko Radic und Maria Rohr derzeit ihre abstrakte und gegenständliche Kunst. Zu sehen sind die Werke noch bis zum 11. April im Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg.

Eigene Erfahrungen und Eindrücke transportiert Zarko Radic in unterschiedlicher Weise in seine abstrakten Bildwelten. „Bei abstrakten Arbeiten sind Form und Farbe die wichtigsten Elemente, und auch die Komposition ist essenziell“, sagt der Künstler. Wiederholen will er sich bei seinen Abbildungen aber nicht: „Die Komposition muss immer bei mir stimmen, deshalb verändere ich sie jedes Mal.“ Um nicht in Routine zu verfallen, achtet Radic kleinlich auf die Zusammenstellung der Farben. „Mein Thema ist im Grunde genommen alles, was um mich herum passiert. Das können gesellschaftliche sowie politische Themen sein“, sagt Radic. In seinen Arbeiten vermischen sich Fiktion und Realität ineinander und sind für die assoziative Formensprache des Künstlers richtunggebend.

Radic, auch „ZARA“ genannt, wurde in Serbien geboren und lebt seit 1964 in Deutschland. Schon früh setzte er sich mit dem Phänomen der gesellschaftlichen Wirklichkeit und individuellen Welt- und Wirklichkeitserfahrung auseinander – mit all ihren Gegensätzen und Realitätsebenen. Der Betrachter sieht eine von Radic erschaffene Welt und kann sich intensiv mit dessen Traumwelten auseinandersetzen. In den Malereien wechseln die figürlichen Darstellungen zwischen realistischer Wiedergabe und Reduzierung, durchmischt von popartigen surrealen Einflüssen. Radic aktuellere Arbeiten basieren auf digitalen Entwürfen, die gleichzeitig die Beziehung zwischen Mensch und Technologie kritisch betrachten und hinterfragen. Das sei auch sein aktuelles Lieblingsthema, wie der Künstler verrät. „Ich beschäftige mich mit der Digitalisierung unserer Welt und der künstlichen Intelligenz.“

Die Künstlerin Maria Rohr zeigt in ihren Werken bevorzugt Menschen, die einander begegnen, interagieren und sich miteinander auseinandersetzen. Dabei ist es der Künstlerin wichtig, nicht nur das Zerrissene und das Suchende zu zeigen, sondern ebenso Humor und Körperlichkeit. „Mir geht es dabei immer um das Zwischenmenschliche und um die Zwischentöne“, so Rohr. Die Lust an der Begegnung und an der Wiederbegegnung will sie in ihrer Kunst immer wieder vermitteln. Dabei variiert sie zwischen abstrakten Formen und skizziert gegenständliche, verfremdete Figuren.

„Farbe und Körperhaltung sind für mich die zentralen Ausdrucksmittel in meiner Kunst“, sagt Rohr, die sich bei ihren Arbeiten zwischen Zeichnung und Malerei bewegt. Die Künstlerin faltet und knetet handgeschöpftes Japanpapier und bemalt es anschließend mit Acrylfarbe. Durch die Bearbeitung entstehen Schichten die einen räumlichen Effekt bieten. In ihren Objekten verarbeitet Rohr oft antiquarische Fundstücke, die sie als malerischen Beitrag ergänzt und damit in einen völlig neuen Kontext setzt.

Positive Nachrichten hat Jürgen Laue vom Godesberger Kunstverein zu vermelden. „Wir haben wieder geöffnet: Samstags und sonntags von jeweils 15 Uhr bis 17 Uhr“, so der Vorsitzende. Das im Lockdown eingeführte 360-Grad-Konzept „Rundum und auf Abstand“, soll weiterhin bestehen bleiben, versichert Laue.