Hauptstraße wird gesperrt Verkehr zum Heiderhof soll über die „Hohle Gasse“ fließen

Heiderhof · Der Heiderhof in Bonn-Bad Godesberg hat eine Besonderheit. Er ist straßenverkehrlich nur über eine Straße erschlossen, die nun saniert werden muss. Die Vollsperrung stellt die Nahverkehrsbetriebe und die Stadt vor Herausforderungen.

Die Fahrbahn des Goldbergwegs ist nicht mehr griffig genug. Während der Sanierung wird der Hauptzubringer an zwei Wochenenden gesperrt.

Die Fahrbahn des Goldbergwegs ist nicht mehr griffig genug. Während der Sanierung wird der Hauptzubringer an zwei Wochenenden gesperrt.

Foto: Axel Vogel

An zwei Wochenenden im April und Mai wird die Stadt den Goldbergweg hoch zum Heiderhof vollständig sperren, um die in die Jahre gekommene Binder- und Deckschicht zu ertüchtigen. Wie die Stadt nun auf Anfrage mitteilte, sind die Bauarbeiten geplant vom 26. bis zum 29. April und vom 3. bis zum 6. Mai. Sie beginnen jeweils freitags um 20 Uhr und enden montags um 5 Uhr.

In der Vergangenheit hatten sich auf der recht steilen Strecke einige Unfällen zugetragen, weshalb die Unfallkommission sie in den Blick nahm. Das Tiefbauamt forschte nach und stellte fest, dass der Belag abgenutzt und nicht mehr griffig genug ist. In einem ersten Schritt setzte sie das Tempolimit auf 30 Stundenkilometer herab. Nun folgt also die Fahrbahnsanierung, verbunden mit ebenfalls notwendigen Arbeiten an der Entwässerungsführung. Eine halbseitige Sperrung wäre nach Angaben der Stadt nicht zulässig, weil Vorgaben des Arbeitsschutzes dafür eine Fahrbahnbreite von 8,50 Meter verlangen. Der Goldbergweg ist aber nur 7,50 Meter breit.

Ausweichrouten schwer zu finden

Natürlich kommt es baustellenbedingt immer mal wieder zu Vollsperrungen im Bonner Stadtgebiet. In diesem Fall gibt es aber eine Besonderheit, weil taugliche Ausweichrouten fehlen. Der Ortsteil Heiderhof ist straßenverkehrlich eigentlich nur über diese eine Straße zu erreichen. Die übrigen Verbindungen sind mehr oder minder Wald- und Wiesenwege. Für die beiden Wochenenden hat die Stadt deshalb den kurzen Weg zwischen Elliger Höhe und Heiderhofring so ertüchtigt, dass sowohl Fahrzeuge des Rettungsdienstes als auch Pkw eine Alternativroute über die Elliger Höhe nutzen können. Richtung Innenstadt soll die Ableitung über die Hohle Gasse erfolgen.

Problem: Die Strecke ist zu steil für die Busse des öffentlichen Nahverkehrs, wie die Stadt im Februar der Bad Godesberger Bezirksvertretung (BV) mitteilte. Der Bürger Bund Bonn hatte daraufhin vorgeschlagen, die Stadtwerke (SWB) mögen an den Sperrtagen Kleinbusse zum Einsatz bringen, entweder eigene oder angemietete. Die BV stimmte diesem Vorschlag zu. Die SWB allerdings teilten nun auf GA-Anfrage mit, dass sie zum einen nicht über eigene Kleinbusse verfügen (auf der Linie 637 fahren Busse der Regionalverkehr Kölner GmbH im Auftrag der SWB) und zum anderen auch für solche Kleinbusse die Alternativroute zu steil wäre.

611 und 613 fahren bis Klosterbergstraße

Geplant ist deshalb, dass die Linie 637 an den Sperrwochenenden über Elisabethstraße und Petersbergstraße umgeleitet wird. Die Linien der Großbusse, 611 und 613, fahren nur bis zur Haltestelle Klosterbergstraße (gehört zu Muffendorf). Von dahin bis zum Heiderhof ist aber noch ein (steiles) Stück zu gehen. Die SWB hatten deshalb vorgeschlagen, dass Fahrgäste von der Haltestelle Klosterbergstraße bis Heiderhof ein Taxi nehmen können und die Kosten nach Vorkasse rückwirkend erstattet bekommen.

Auf GA-Nachfrage kündigte das Presseamt nun an, dass die Stadt diese Taxikosten „für die Fortsetzung der Fahrt mit dem Taxi“ übernehmen werde. Und zwar von der letzten anfahrbaren Haltestelle bis zum Heiderhof beziehungsweise in umgekehrter Richtung vom Heiderhof bis zu eben jener Haltestelle. Entsprechende Aushänge wolle man noch an den Einstiegs- und Ausstiegsstellen auf dem Heiderhof platzieren. Wie genau das Einreichen der Quittungen abgewickelt wird, darüber wollen die Stadtwerke in den kommenden Tagen informieren, so deren Pressesprecherin Silke Elbern.

Vorbereitende Bauarbeiten hatte die Stadt bereits im März durchgeführt. Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme, die Ende Mai 2024 abgeschlossen sein soll, belaufen sich auf rund 520.000 Euro.

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