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Bad Godesberg: Kiindergarten-Netzwerk wirbt mit Imagefilm

Dreharbeiten des Kitanetzwerks Bad Godesberg : Erzieherinnen spielen die Hauptrolle

Das Kindergartennetzwerk Bad Godesberg möchte mit Imagefilmen für sich als Arbeitgeber und den Erzieherberuf werben. Dabei stellen die Mitarbeiter die Aspekte selbst vor. Trotz aktuell geringer Vakanz sieht Leiterin Sonja Velten einen großen Bedarf.

Der Einstieg ins Filmbusiness gestaltet sich für Nicola Boaro schwierig. Während sie im Rollenspielraum auf einem kleinen Hocker sitzt, kämpft sie gegen ihre Aufregung an. Das Licht der Kameras blendet, der Regisseur klatscht und es geht los. Boaro soll über ihre Arbeit als Leiterin der inklusiven Sonja-Kill-Kita in Hochkreuz erzählen. Nicht fürs Fernsehen, sondern für Werbefilme, die das Kindergartennetzwerk in dieser Woche produziert hat.

Noch während Boaros Vorstellung kommt der erste Stopp – ein Hubschrauber kreist über dem Viertel. Danach aber legt die Leiterin wie ein Profi los. „Es wird nie langweilig“, sagt sie, kurz nachdem sie eine Besonderheit des Netzwerks hervorgehoben hat: „Wir haben eine hauseigene Akademie für Fortbildungen, bei der Du Dir Themen wünschen kannst.“

Aktuell gibt es nur zwei unbesetzte Stellen beim Netzwerk

Mit „Du“ sind mögliche neue Kolleginnen und Kollegen gemeint, die das Netzwerk über die Aktion gewinnen will. Darin sind katholische Kindergärten vereint, zehn in Trägerschaft des Kirchengemeindeverbands (KGV) Bad Godesberg und drei der Bürgerstiftung Rheinviertel. Wer also Geld in die Hand nimmt für ein solches Filmprojekt, scheint großen Personalbedarf zu haben. „An sich nicht, aktuell haben wir 197 Mitarbeiter und nur zwei vakante Stellen“, sagt Netzwerk-Leiterin Sonja Velten.

Allerdings sei die Personalakquise ein fortlaufender Prozess und der Fachkräftemangel im Ernstfall nicht von der Hand zu weisen. „Wenn zum Beispiel eine Mitarbeiterin schwanger ist, kann von heute auf morgen Ersatz nötig sein“, so Velten. Neben den klassischen Stellenanzeigen will man auf eine Außendarstellung der modernen Art setzen. „Für uns lautet die entscheidende Frage, wie wir an Berufseinsteiger herankommen“, meint die Leiterin.

Im laufenden Kita-Jahr gibt es sieben Anerkennungspraktikantinnen, die sich im letzten Jahr ihrer Ausbildung befinden. Auf der anderen Seite setze man auf die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) zum Erzieher oder zur Erzieherin. „Da haben wir derzeit 13, was zeigt, dass das Modell im Kommen ist“, sagt die Leiterin. Der Fachkräftemangel ist für sie nicht unbedingt auf den Tariflohn zurückzuführen, bei dem es besser bezahlte Berufsgruppen gibt: „Bezahlung ist nicht mehr das Wichtigste, aber dem Beruf fehlt es an Ansehen.“

650 Kinder besuchen die katholischen Kitas in Bad Godesberg

Das Netzwerk sucht aber nicht nur im klassischen Berufsbild, denn der Inklusionsansatz in den Kitas hat einen weiteren Zweig wachsen lassen: den Beratungs- und Förderdienst mit zwölf Mitarbeitern. 650 Kinder besuchen die 13 Kitas, davon haben 55 Kinder einen zusätzlichen Förderbedarf. „Wir können den Bedarf schneller feststellen und direkt reagieren“, beschreibt sie den Vorteil, eigene Heilpädagogen zu haben.

Wichtige Stütze bei den Dreharbeiten ist Kita-Vater Frederic Arntz, der in Bonn die Agentur Arntz & Drees betreibt. „Ich bin begeistert, wie gut alle vorbereitet sind“, sagt der Regisseur, der an diesem Tag auch noch im Margarete-Winkler-Kindergarten und dem von St. Servatius unterwegs ist. Gemeinsam mit Kameramann Ansgar Sarrazin setzt er Thema und Akteure ins richtige Licht.