Der ganze Ort ist betroffen Weiterhin Streit um Denkmalschutz in Muffendorf

Muffendorf · Der historische Ortskern von Muffendorf soll erhalten bleiben. Das sagt das LVR Amt für Denkmalpflege im Rheinland schon seit 2014. Doch die Politik ist sich uneinig darüber, welche Teile des Ortes tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. Anwohner sorgen sich.

Eine Gasse in Muffendorf. Der Ortskern soll aufgrund seiner historischen Häuser und Wege unter Denkmalschutz gestellt werden.

Eine Gasse in Muffendorf. Der Ortskern soll aufgrund seiner historischen Häuser und Wege unter Denkmalschutz gestellt werden.

Foto: Axel Vogel

Muffendorf ist schön. Und die vielen Fachwerkhäuser wie auch andere Gebäude mit charakteristischen Merkmalen sollen geschützt werden. Darin sind sich zumindest die Bonner Verwaltung und die Bezirksvertretung Bad Godesberg (BV) einig. Zum Streit kommt es aber, wenn es um die Größe des Gebietes geht, das unter Denkmalschutz gestellt werden soll.

Das LVR Amt für Denkmalpflege hatte bereits 2014 nach einem Gutachten gefordert, dass der Ortskern als Denkmalbereich gemäß Paragraf 10 DSchG NRW unter Schutz gestellt wird. Dabei wurde auch schon die Größe des Bereichs definiert. SPD, FDP und CDU haben am Mittwochabend auf der BV-Sitzung in der Stadthalle ihre Bedenken zur Größe des vorgeschlagenen Bereichs geäußert. Sie fordern in einem Antrag, dass man sich auf den Kernbereich der mittelalterlichen Bebauung konzentriert. Jetzt sei das Areal zu weitläufig.

Bewohner sorgten sich

„Je weiter man von der Hauptstraße weggeht, desto neuer werden die Häuser. Die Eigentümer haben Sorge, aufgrund des Denkmalschutzes keine energetischen Sanierungsarbeiten durchführen zu dürfen“, sagte Uli Barth (SPD). Man solle sich auf den Ortskern konzentrieren. Barth sei bei einem kürzlichen Rundgang mit Bewohnern auf diese Bedenken aufmerksam geworden. Sanierungen seien zwar trotz Denkmalschutzes möglich, aber deutlich schwieriger durchzuführen und auch teurer, wie die SPD erklärte. Viele Bewohner in bereits geschützten Häusern sprächen aus Erfahrung: Sie hätten schon negative Erfahrung mit der Denkmalbehörde gemacht, wenn es um Sanierungen geht.

 Dieser Bereich soll unter Denkmalschutz gestellt werden in Muffendorf (Stand 2014).

Dieser Bereich soll unter Denkmalschutz gestellt werden in Muffendorf (Stand 2014).

Foto: Sabrina Stamp

„Während des Rundgangs wurde ebenso deutlich, dass die Bewohner beunruhigt sind wegen Baumaßnahmen in der Klosterbergstraße und der Bürvigstraße“, sagte Jutta Acar vom Bürger Bund Bonn (BBB). Diese würden schon jetzt der Charakteristik des Ortes schaden, deshalb solle man ruhig das größere Areal für den Denkmalschutz festlegen. Corinna Dahmen (Grüne) fügte hinzu: „Auch oberhalb Muffendorf gibt es Gässchen, Häuser und Freiflächen, die erhalten werden müssen“.

Katrin Bisping von der Bonner Denkmalbehörde versteht die Diskussion nicht: „Schutz heißt nicht, dass nicht bestimmte Gebäude verändert oder abgerissen werden können. Es muss nur erlaubt werden“, sagte sie. Der Beschluss, dass eine Satzung aufgestellt werden soll, sei nicht gleichgestellt mit einer Veränderungssperre. Die Häuser stünden lediglich für diese Zeit unter Schutz, bis die Satzung mit der genauen Definition und Eingrenzung fertig ist.

Außerdem ginge es jetzt zunächst darum, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, auf die Gebäude aufpassen zu dürfen, um gleichzeitig den Umfang, Inhalt und Leitfaden zur Denkmalbereichssatzung zu erarbeiten. „Es muss erst mal ein Entwurf erstellt werden, dann eine Bürgerbeteiligung stattfinden. Diese Diskussion ist jetzt zu früh“, sagte Bisping. Der Antrag von SPD, FDP und CDU wurde am Ende beschlossen.

Die nächsten Schritte

So geht es weiter: Der Stadtrat muss nun am 12. Dezember entscheiden. Gibt er grünes Licht, soll die Verwaltung beauftragt werden, eine Denkmalbereichssatzung für den historischen Ortskern von Muffendorf zu erarbeiten. Zeitgleich sollen Leitlinien für die Gestaltung erstellt werden. Im Anschluss soll beides den politischen Gremien vorgelegt werden.

Die Grünen hätten sich den Entwurf eines Gestaltungshandbuchs vor dem Erstellen einer Denkmalbereichssatzung gewünscht: Den Bewohnern solle klar sein, welche Vorgänge künftig einzuhalten sind bei Sanierungen an ihren Häusern, bevor diese unter Schutz gestellt werden.

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