Projekt zur Prävention Godesberger Schüler entwickeln Brettspiel zum Thema Haustiere

Bad Godesberg · Immer wieder landen Haustiere in Tierheimen, weil sich Familien im Vorfeld nicht über die Konsequenzen im Klaren waren. Um solche Situationen zu verhindern, haben Schüler eines Godesberger Gymnasiums ein Brettspiel entwickelt, das für das Thema sensibilisieren soll. Wie es funktioniert.

Lehrerin Rebecca Walker-Sellmeier (rechts im Hintergrund) beobachtet, wie ihre Schülerinnen und Schüler das selbstentwickelte Spiel präsentieren.

Lehrerin Rebecca Walker-Sellmeier (rechts im Hintergrund) beobachtet, wie ihre Schülerinnen und Schüler das selbstentwickelte Spiel präsentieren.

Foto: Alfred Schmelzeisen

Im Schulunterricht „Spiele spielen“ kommt normalerweise nicht vor, wenn man im Gymnasium beispielsweise mit Naturwissenschaften, Mathematik und Fremdsprachen das Abitur ansteuert. Ein Spiel zu kreieren, zu testen und zu optimieren, haben sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a des Nicolaus-Cusanus-Gymnasium dennoch zur Aufgabe gemacht. Schließlich wollen sie den diesjährigen Hauptpreis beim „Schülerwettbewerb zur politischen Bildung“, ausgeschrieben von der Bundeszentrale für politische Bildung, gewinnen – eine Reise mit der gesamten Klasse nach Berlin.

Rebecca Walker-Sellmeier unterrichtet die Klasse 6a in Politik und Kunst und hilft den Schülerinnen und Schülern seit Ende der diesjährigen Sommerferien dabei, ein Brettspiel so zu gestalten, dass jeder Spielteilnehmer sich mit dem Thema Tierschutz und vor allem Haustierhaltung beschäftigt. Begleitend zum Unterricht wurden zwischenzeitlich auch schon Kontakte zur angehenden Tierschutzlehrerin Natalie Vöpel im Tierheim Bonn und nach Düsseldorf ins Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur dortigen Landestierschutzbeauftragten Gerlinde von Dehn genutzt.

Zur Projektfrage „Erst top, dann ausgesetzt?“ beschäftigte sich die Klasse mit der Anschaffung von Haustieren. „Vor allem damit, was vorher zu überlegen ist, bevor man sich ein Haustier zulegt, und wo man sich ein Haustier am besten kaufen sollte. Zum Beispiel holt man am besten ein Tier aus dem Tierheim“, fasste Walker-Sellmeier die Hauptpunkte zusammen, die dann im entwickelten Spiel auch umgesetzt wurden. Fragen waren zudem, ob ein Wunschtier wirklich zu einem passt.

„Vielleicht lassen wir die Eltern auch mal mitspielen“, scherzte Walker-Sellmeier. Beim Spiel geht es etwa darum, dass ein Tier wegen Hausarztkosten, Versicherungen und Futer viel Geld kosten kann. Die Schüler sammeln darin reichlich Plättchen mit Tiermotiven. Auf besagten Plättchen sind Hunde, Katzen und unter anderem auch Meerschweinchen abgebildet. Im weiteren Verlauf werden Aktionskarten gezogen. Die Schüler müssen daraufhin zum Beispiel ihr Lieblingstier imitieren, um zu zeigen, dass sie auch ausreichende Kenntnisse über die späteren Haustiere vorweisen können.

Beim von der Klasse entwickelten Spiel „Tierfreunde – Welches Tier passt zu mir?“ gibt es keinen Verlierer. Auch, wenn sich beim Spielen herausstellt, dass kein Haustier zu einem passt, erhält der Spieler eine Urkunde, auf der steht: „Du hast leider kein Haustier bekommen, kannst aber bei Deinem Tischnachbarn fragen, ob Du sein Haustier mal ausleihen darfst.“ Eine unbedachte Tierbeschaffung soll mit dem Spiel verhindert werden, sagt Lehrerin Walker-Sellmeier. Das könnte langfristig auch die zuletzt oft überfüllten Tierheime entlasten.

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