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Sanierung nach Pachtende 2022: Bad Godesberg stellt Pläne für Stadthalle im Herbst vor

Sanierung nach Pachtende 2022 : Bad Godesberg stellt Pläne für Stadthalle im Herbst vor

Wie es mit der sanierungsbedürftigen Stadthalle in Bad Godesberg genau weitergehen kann, dazu wird die Stadtverwaltung im Herbst mehr Informationen liefern.

Das stellten am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrats sowohl die kommissarische Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements, Marion Duisberg, als auch die Bonner Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe in Aussicht. Nach der Sommerpause werde das gesamtstädtische Veranstaltungsstättenkonzept feststehen, auf dessen Grundlage auch die künftige Nutzungsausrichtung der Stadthalle besser beurteilt werde könne.

Auf Antrag der Koalition aus CDU, Grünen und FDP stimmte der Rat mehrheitlich dafür, den Baubeginn sofort an das Auslaufen des Pachtvertrags anzuschließen, um einen Leerstand zu vermeiden.

Kritik gab es aus den Reihen der Opposition, weil die Koalition die Forderungen aus der Bezirksvertretung Bad Godesberg (BV) nicht eins zu eins übernommen hatte. Die Bezirksverordneten wollten, dass die Verwaltung explizit damit beauftragt wird, den Sanierungsbedarf separat zu untersuchen – losgelöst also von einem Prüfauftrag des Rates, der zum Inhalt hat, dass eine neue Oper am Standort der heutigen Stadthalle gebaut werden könnte. Die Politik will noch in diesem Jahr entscheiden, ob die alte Oper am Brassertufer saniert oder eine neue gebaut wird.

Versorgungsleitungen müssen ausgetauscht werden

Ein weiterer wichtiger Punkt für SPD und Bürger Bund Bonn aus der Godesberger BV, der im Koalitionsantrag keine Berücksichtigung findet: Die Prüfung, ob eine Sanierung im laufenden Betrieb möglich ist. Das SGB hält das für unzumutbar, weil Versorgungsleitungen marode und somit ausgetauscht werden müssen und umfassende energetische Modernisierungen an Dach, Fenstern und Türen notwendig sind. „Für Vereine in Bad Godesberg ist die Halle allerdings enorm wichtig“, erklärte Helmut Redeker (SPD).

Werner Hümmrich (FDP) sagte, eine Sanierung im Betrieb sei nicht nur teurer, sondern auch einem künftigen Pächter gegenüber kaum zumutbar. Monika Heinzel (Grüne) drängte darauf, dass die Sanierung sich unmittelbar ans Ende des Vertrags mit den derzeitigen Pächtern Monika und Thomas Weiermann anschließt. „Vandalismus wäre sonst programmiert“, sagte sie. Weiermanns Vertrag läuft 2020 aus. Die Stadt will mit ihm um zwei Jahre bis 2022 verlängern. Auf Anfrage bestätigte Weiermann, dass er eine entsprechende Vertragsverlängerung mittlerweile unterschrieben habe.

Die Sanierungskosten sind laut Duisberg nicht genau zu beziffern. „Sie sind natürlich auch abhängig von der späteren Nutzung.“ Dass es eine umfassende Modernisierung wird, haben SGB-Mitarbeiter bereits 2011 nach einer Begehung festgestellt. Damals erklärte die Stadt, eine Investition von 13 Millionen Euro sei notwendig, um den Sanierungsstau aufzulösen. Die Stadthalle, 1955 gebaut und 2012 unter Denkmalschutz gestellt, verfügt teilweise noch über 60 Jahre altes Interieur. Der Denkmalschutz spielt bei der Sanierung ebenfalls eine wichtige Rolle. „Wir werden den Spielraum für Veränderungen im Herbst besser abschätzen können“, versprach Appelbe.