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Theologe Hermann Josef Roth: Bad Godesberger veröffentlicht Krimi über klösterliche Welt

Theologe Hermann Josef Roth : Bad Godesberger veröffentlicht Krimi über klösterliche Welt

Der Bad Godesberger Theologe und Naturwissenschaftler, Hermann Josef Roth, hat seinen ersten Roman geschrieben. Seine Geschichte fußt auf einer wahren Begebenheit und spielt in der Zeit der Reformation.

Eine Inschrift im Chorgestühl von Kloster Marienstatt, Verschwörer des 16. Jahrhunderts, die gegen den Abt rebellierten: „An dieser Geschichte entfaltet sich die Story, die hart an den historischen Tatsachen erzählt ist“, sagt Hermann Josef Roth. Die Zeichen im Mönchschor fußen auf einer wahren Begebenheit, die der Autor im ersten Kapitel erzählt und darum herum seine historische Geschichte aus der Zeit der Reformation gewebt hat.

Das Buch trägt den Titel „Schatten über Montabaur“ – benannt nach dem ersten Teil des Buchs, für den Mitautor Carsten Gerz eine mörderische Geschichte beigesteuert hat. Roth stammt aus Montabaur und hat so ebenfalls einen Bezug zum Westerwald. Auch über Marienstatt hat er schon Grundlegendes veröffentlicht. Im kurzen Romantext nimmt er die Leser mit ins mittelalterliche Chorgestühl, wo „ungehobelte Einschnitte“ ins Auge fallen, „merkwürdige Zeichen und Buchstaben, zum Teil zusammenhängend als Wort zu lesen“. Bei der Suche nach des Rätsels Lösung taucht man tief ein in das klösterliche Leben der Zeit, das Roth so kenntnisreich schildert, als hätte er selbst hinter mittelalterlichen Mauern gelebt.

Mode, Kircharchitektur und Handelsbeziehungen

Die Kirchenmänner sind in Roths Geschichte verstrickt in Intrigen und Glücksspiel, Postengeschacher und Trinkgelage. Er beschreibt die Mode, die die Gräfinnen trugen ebenso wie Kirchenarchitektur und Handelsbeziehungen. Die 70-seitige Geschichte gleicht einer sehr kompakten Zeitreise. Roth plant, seinen kurzen historischen Roman zu einem großen Werk auszubauen. „Ich möchte eine Zeit spiegeln, in der das Weltbild ins Wanken gekommen ist“, erklärt er, warum ihn das Thema fasziniert.

Das Kloster Marienstatt steht zwischen der vollendeten Reformation in Sayn und der ungewissen Lage in Köln. Auch innerhalb der Gemeinschaft ist man gespalten. Armut, Keuschheit, Gehorsam – die Gelübde stehen infrage. „Es bestehen praktisch zwei Konvente nebeneinander. Zu den liturgischen Tagzeiten kommen wir zwar noch alle und regelmäßig im Chor zusammen. Aber schon bei der Zelebration der Heiligen Messe beschleicht einen das ungute Gefühl, dass der Nachbar das Mysterium ganz anders versteht, als es unsere Väter gelehrt haben“, sagt ein Pater.

Am Ende bekommen die Rebellen der Zisterzienser-Abtei Marienstatt ihren Platz in der Geschichte zurück und der Code ist geknackt – für Menschen mit einem Faible für historische Zusammenhänge eine spannende Lektüre.

Das Buch: Carsten Gerz/Hermann Josef Roth: Schatten über Montabaur. Verlag Christoph Kloft, 147 Seiten, ISBN 978-3-89796-271-2, 9,90 Euro.