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Bahnhof Bad Godesberg: U-Bahn-Zugänge sollen überdacht werden

Ria-Maternus-Platz : U-Bahn-Zugänge am Bahnhof Godesberg sollen überdacht werden

Die Stadtwerke Bonn wollen die Zugänge zur U-Bahn-Station „Bad Godesberg Bahnhof“ überdachen. Möglich ist auch eine verlängerte Überdachung zur Bushaltestelle „Löbestraße“. Dafür müsste aber eine gerade erst eingeweihte Haltestelle weichen.

Schon bald könnten Bad Godesberger, die am Bahnhof runter zu den U-Bahn-Gleisen gehen, bei Regen nicht mehr nass werden: Die Stadtwerke Bonn (SWB) planen nämlich eine Überdachung der Abgänge. Solche Überdachungen gibt es bereits an der Moltkestraße/Alte Bahnhofstraße, aber auch an den Abgängen am Juridicum und an der Heussallee.

Die SWB haben die Bauarbeiten für den Spätsommer/Herbst in diesem Jahr vorgesehen. Dies geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die in Kürze in der Bezirksvertretung Bad Godesberg besprochen werden soll und zu der am 5. Mai eine Anhörung im Unterausschuss Denkmalschutz geplant ist. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen entsprechenden Antrag der CDU.

Dächer sollen begrünt werden

Bei dem Beschlussvorschlag, bei dem gleich mehrere Ämter involviert sind, handelt es sich um drei Punkte, die von der Politik abgesegnet werden sollen. Zum einen sollen die Abgänge überdacht werden, zum anderen soll die Verwaltung beauftragt werden, für eine Begrünung der Überdachungen die notwendigen Abstimmungen zu treffen. Die Option einer Dachbegrünung sei für die Dächer „statisch-konstruktiv“ vorgesehen – diese Begrünung kostet allerdings rund 20.000 Euro. Die SWB müssen die Überdachungen später selber unterhalten. Gesamtkosten für die beiden Dächer wurden nicht genannt.

Auch eine Verlängerung zur Haltestelle Löbestraße ist möglich

Interessant klingt dabei vor allem Punkt drei des Beschlussvorschlags. Denn die Überdachung könnte auch bis zu der Bushaltestelle Löbestraße fortgesetzt werden. Wörtlich heißt es: „Die Verwaltung wird beauftragt, für die Verlängerung der Überdachung Löbestraße nach dem Wettbewerbsverfahren im ISEK Bad Godesberg einen separaten Beschlussvorschlag in die politischen Gremien einzubringen“.

Mit der Verlängerung des Daches können Gäste der U-Bahn trockenen Fußes gleich in einen der dort haltenden Busse steigen. „Eine Verlängerung der Überdachung bis zu der Bushaltestelle Löbestraße ist grundsätzlich baulich umsetzbar“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Allerdings würde die vorhandene „Buswartehalle“ entfallen.

Gerade neu gebaute Haltestelle müsste weichen

Dabei handelt es sich um das bepflanzte Wartehäuschen, das die SWB, die Stadtwerke und Ströer Media Deutschland erst im September 2020 als Pilotprojekt zur Förderung der biologischen Vielfalt vorgestellt haben. Das bepflanzte Wartehäuschen besteht aus fünf Feldern, die jeweils etwa 60 Liter Wasser aufnehmen können, von denen wiederum 50 bis 70 Prozent durch Verdunstung dem natürlichen Wasserkreislauf zugefügt werden können, erklärten die Stadtwerke Bonn im vergangenen Jahr. Trotz der Wasserspeicherung bleibe die Dachbepflanzung relativ leicht: Bei maximaler Wassersättigung wiegt sie nur etwa 50 Kilogramm pro Quadratmeter.

Verwaltung sieht höheren Komfort für Fahrgäste

In ihrer Vorlage erklärt die Stadtverwaltung, dass die „große Überdachung für die wichtige Bushaltestelle einen guten Witterungsschutz bieten würde“. Das Dach könne mit einer Verglasung an der Stirnseite abschließen. Außerdem würden Sitzgelegenheiten für Fahrgäste aufgestellt. Zur Platzseite hin würde es keine Verglasung geben. Für die Dachverlängerung würden der Stadt Bonn Kosten in Höhe von 80.980 Euro entstehen – die Begrünung der Verlängerung koste zusätzlich 15.000 Euro.

„Es gilt aus städtebaulicher Sicht zu bedenken, dass bei Umsetzung der Verlängerung eine Sichtbarriere zwischen Löbestraße und neugestaltetem Ria-Maternus-Platz entstünde. Andererseits würde sich der Komfort für die Fahrgäste erhöhen, da sie dann witterungsgeschützt vom Stadtbahn Aufgang zur Bushaltestelle gelangen könnten“, so die Verwaltung. Derzeit laufe noch das Wettbewerbsverfahren im ISEK Bad Godesberg. Nach Vorliegen der Wettbewerbsergebnisse werde die Verwaltung die Verlängerung der Überdachung Löbestraße gemeinsam mit dem Wettbewerbsgewinner aus städtebaulicher Sicht prüfen und einen Beschlussvorschlag in die politischen Gremien einbringen. Die Verwaltung äußert sich auch zu einer möglichen Verlängerung der Überdachung bis zum Eingang des Bahnhofgebäudes – was baulich machbar wäre, allerdings denkmalfachlich abzulehnen sei.