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Steile Treppen: Barrierefreiheit in Mehlem weiterhin ein Problem

Steile Treppen : Barrierefreiheit in Mehlem weiterhin ein Problem

Der Mehlemer Bahnhof ist das Schwerpunktthema bei der „Herzenssprechstunde“ des Generationennetzwerks. Ebenso geht es um die Zukunft der König-Fahad-Akademie und die frühere jugoslawische Botschaft.

Wenn man die Mehlemer auf die größten Probleme in ihrem Stadtteil anspricht, wird früher oder später immer der Bahnhof genannt, genauer gesagt der Zugang zu den Bahngleisen Richtung Koblenz. So war es auch bei der „Herzenssprechstunde“ des Generationennetzwerks Bad Godesberg am Donnerstag, an dem auch Vertreter aus Politik und Verwaltung teilnahmen.

Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck hätten kaum eine Chance, ohne fremde Hilfe zu den Bahnsteigen zu gelangen, weil dort die Rampe gesperrt sei, klagten einige. Eine Bürgerin berichtete, ein Bahnmitarbeiter habe ihr sogar vorgeschlagen, bis Remagen weiterzufahren (wofür man ein neues Ticket braucht), umzusteigen und bis Mehlem zurückzufahren, um auf dem barrierefreien Bahnsteig Richtung Bonn auszusteigen.

Wann sich da mal etwas ändert? Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke und ihre Stellvertreterin Hillevi Burmester wirkten resigniert: Die Deutsche Bahn habe ihre Prioritätenliste für die Sanierung ihrer Bahnhöfe und die gehe nur danach, wie viele Menschen an den Bahnhöfen zu- oder aussteigen, sagte Stein-Lücke. Und da helfe es auch nicht, dass Mehlem ein gewerbliches Wachstum zu verzeichnen habe. Der Stadt seien die Hände gebunden, vielleicht könne das Land Druck machen. Einige Teilnehmer verabredeten deshalb, die Bonner Landtagsabgeordneten anzuschreiben.

Da das Haus der evangelischen Frauenhilfe inklusive der Räume des Quartiersmanagements derzeit umgebaut wird, fand das Bürgerforum im Gemeindehaus der evangelischen Heilandkirche statt. Dort ging es auch um ungepflegte Friedhöfe und illegal abgeladenen gewerblichen Grünschnitt, der die Sammelstellen Am Gries und Mehlemer Friedhof überquellen lässt. Bonnorange-Mitarbeiter Andreas Osinski sagte, man komme mit den üblichen Abholterminen kaum nach, und verwies auf das kommende Grünschnitt-Konzept der Stadt mit regelmäßig kontrollierten Ablagebuchten.

Zukunft der König-Fahd-Akademie?

Die Teilnehmer zeigten sich über diese Aussagen verwundert: Dieses Konzept sei doch schon voriges Jahr Thema gewesen, sagten sie. „Wir warten auf die Umsetzung“, sagte Burmester. Bis dahin solle Bonnorange aber nach dem Abtransport wenigsten seine Kehrmaschinen öfters vorbeischicken, damit die Straßen befahrbar blieben, forderten die Teilnehmer.

Eine Bürgerin beklagte, dass Senioren und Gehbehinderte an den Haltestellen in der Drachenburgstraße wegen zu niedriger Bordsteine nicht gut in die Busse einsteigen könnten. Burmester sagte zu, sich darum zu kümmern. Es ging außerdem um das geplante Neubaugebiet Neuer Weg: Man prüfe derzeit, ob die Grundstücke in einer Frischluftschneise liegen, so Burmester.

Einige Bürger wollten wissen, wie es mit der König-Fahd-Akademie und der ehemaligen jugoslawischen Botschaft weitergehe. Für die Akademie ist laut dem Godesberger FDP-Vorsitzenden Wolfgang Heedt die Botschaft Saudi-Arabiens zuständig, aber derzeit gebe es dort keinen Ansprechpartner. Für das Grundstück der jugoslawischen Botschaft habe es bereits einen Kaufinteressenten gegeben, sagte Stein-Lücke. Aber der Investor habe dort nur Wohnungen bauen wollen, gemäß Bebauungsplan sei allerdings ein Mix aus Wohnfläche und Einzelhandel vorgesehen.

Themen der Sprechstunde waren auch der aus Sicht der Bürger zu schmale Radweg am Rhein und die Sanierungsarbeiten am Mehlemer Platz, die bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen sind. Die Frage, ob im Haus der Generationen noch Jugendarbeit betrieben werde, konnte der Godesberger Jugendpfleger Michael Vieth bejahen.

Beim Bürgerdialog des Generationennetzwerks Bad Godesberg am Donnerstag, 6. Dezember, in der Sparkasse an der Rheinallee, werden ab 17 Uhr Innenstadtprobleme diskutiert.