Bad Godesberg Bergfried der Godesburg ist wieder geöffnet

BAD GODESBERG · Seit Freitag können Besucher wieder ganz hoch hinauf: Nach 17 Monaten Bauzeit wurde der Bergfried der Godesburg feierlich eröffnet. Wie neu soll er nicht aussehen, das ist bei einem mehr als 800 Jahre alten Turm nicht erwünscht.

 Den Bergfried eröffnen (von links) Steinmetzmeister Klaus Schillalis, Restaurator Thomas Lehmkuhl, Annette Schwolen-Flümann, Jürgen Nimptsch und Büttel Molinarius.

Den Bergfried eröffnen (von links) Steinmetzmeister Klaus Schillalis, Restaurator Thomas Lehmkuhl, Annette Schwolen-Flümann, Jürgen Nimptsch und Büttel Molinarius.

Foto: Ronald Friese

Die Steinmetze haben insgesamt 48 000 Tuffziegel überprüft und nur die ersetzt, die nicht mehr zu retten waren. Sie entfernten Zementfugen aus früheren Sanierungsmaßnahmen und verfugten eine Fläche von 830 Quadratmetern neu. Vom 32 Meter hohen Bergfried aus können Besucher nun wieder den Blick über Stadt, Siebengebirge und Rheintal bis nach Köln genießen.

"Das ist eine ganz prägende Burg, nicht nur für Bad Godesberg, sondern für ganz Bonn", sagte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bei der Eröffnungsfeier am Fuße des Turms. Insgesamt 1,2 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, 700 000 Euro davon kamen von Bund und Land. Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann freut sich, dass nun weder Gerüst noch Planen das Wahrzeichen verhüllen und die Godesberger wieder singen können "Ävver mir, mir han ons Godesburg, am alten Strom".

Gemeinsam mit Brigitte Grüll, Vorsitzende von Stadtmarketing Bad Godesberg, freut Schwolen-Flümann sich schon auf das sagenhafte Burgfest am 31. Mai und 1. Juni, das mit allerhand Händlern, Handwerkern und abendlichem Feuerzauber aufwartet.

Einen Vorgeschmack gab am Freitag der Auftritt von Büttel Molinarius. Dem mittelalterlichen Polizisten gefiel es gar nicht, dass er nun wieder Wache am Bergfried schieben muss. Im Truchsessischen Krieg hat das nichts geholfen. Die Godesburg wurde 1583 mit Hilfe von 1500 Pfund Pulver zerstört, nur der Bergfried mit seinen bis zu 2,6 Meter dicken Mauern blieb stehen.

Der Pulverdampf ist längst verflogen, die Gefahr der Neuzeit heißt Vernachlässigung. Fachplaner Thomas Lehmkuhl appellierte am Freitag an die Stadt Bonn, den Turm auch nach der Sanierung ständig zu warten. "Damit kann man einen Verfall verhindern und den ganz großen Griff ins Budget weiter aufhalten."

Der Bergfried der Godesburg ist bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen einen Euro Eintritt, Kinder 50 Cent, Familien zwei Euro.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort