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Begrünung Ria-Maternus-Platz in Bad Godesberg: Beueler Rathausvorplatz soll als Vorbild dienen

Begrünung Ria-Maternus-Platz in Bad Godesberg : Beueler Rathausvorplatz soll als Vorbild dienen

Eine Begrünung des Ria-Maternus-Platzes wünschen sich sowohl die Politik als auch einige Bad Godesberger. Dabei stehen vor allem schattenspendende Bäume auf der Wunschliste. Weil diese aufgrund der U-Bahn nicht gepflanzt werden können, sollen Bäume in Kübeln eine Lösung darstellen. Doch auch diese Variante bringt Probleme mit sich.

Dass der Ria-Maternus-Platz nicht gerade einer der schönsten Plätze in Bonn ist, sehen tagtäglich die vielen Pendlerinnen und Pendler, die den Bahnhof nutzen. Der Brunnen funktioniert noch immer nicht, nur vereinzelt gibt es von der Stadt angelegte Beete. Im vergangenen Sommer war es insbesondere dort sehr heiß, weil es keinen oder nur kaum Schatten gibt.

Immer wieder kam deshalb in der Vergangenheit seitens der Politik aber auch von Bürgern die Bitte, den Platz mit Bäumen zu bepflanzen. In der Vergangenheit hatte die Verwaltung solche Vorschläge immer wieder abgelehnt, da direkt unter dem Ria-Maternus-Platz die U-Bahn verläuft.

Bürger Bund Bonn fordert nach Beueler Vorbild vorzugehen

Am Mittwochabend hatten die Mitglieder der Bezirksvertretung Bad Godesberg in ihrer Sitzung im Ratssaal des Stadthauses nun abermals über einen Bürgerantrag zu entscheiden. Kurz und knapp wurde beantragt, dass der Platz bepflanzt werden soll, gegebenenfalls sollten Bäume in Kübeln aufgestellt werden. „Es wird sehr heiß im Sommer und man möchte gar nicht über den Platz gehen“, heißt es im Antrag. Der Antrag stammte bereits aus dem September, wurde allerdings mehrmals vertagt.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) brachte dabei einen Änderungsantrag ein. Der BBB forderte, dass am Ria-Maternus-Platz nach dem Vorbild des Beueler Rathausvorplatzes auch dort klimaresistente, schattenspendende Bäume und Stauden aufgestellt werden. „Für die Maßnahme sollen nach Möglichkeit beim Land Fördermittel beantragt werden“, hieß es weiter. In einer Stellungnahme äußerte sich das Amt für Umwelt und Stadtgrün nahezu gleichlautend, wie in der Vergangenheit.

Aufgrund der Leitungs- und Tunnelsituation sei es nicht möglich, nachträglich Bäume zu pflanzen. Bäume in Kübeln würden eine intensive Pflege erfordern, die das Amt für Umwelt und Stadtgrün mit den eigenen personellen Möglichkeiten nicht stemmen könnte. Die Pflege der Baumkübel würde darüber hinaus pro Kübel bei rund 2000 Euro liegen. Spätestens nach fünf Jahren sei eine Neupflanzung nötig. „Sollten Fördermittel für die Herstellung sowie Paten für die Unterhaltung akquiriert werden können, ist ein Aufstellen der Pflanzkübel dennoch durchführbar“, hieß es seitens des Amtes.

Gabriel Kunze: „Platz ist eine Art Betonwüste“

Marcel Schmitt vom BBB konnte diese Stellungnahme nicht ganz nachvollziehen, denn in Beuel sei es auch möglich gewesen. „Hier und heute sollten wir Pflanzen in Pflanzkübel beschließen“, so Schmitt. Corinna Dahmen von den Grünen erklärte, dass sie die Einschätzung der Verwaltung zu den Kübeln teilen würde. Sie erinnerte daran, dass man in der Sitzung am 8. Juni beschlossen habe, dass der Platz teilverschattet werden soll.

Damals war dazu eine Art Sonnensegel im Gespräch, das bei der Verwaltung allerdings auch nicht auf Zustimmung stieß. Solche Segel hätten in anderen Städten bereits den Praxistest nicht bestanden. Inge Stauder von der CDU appellierte an die Verwaltung: „Da gehört mehr Grün hin“. Gerhard Lemm von den Grünen zweifelte an, dass man auf der Fläche keine Bäume pflanzen könne, da der Tunnel ja nur punktuell unter dem Platz verlaufe. „Der Platz ist eine Art Betonwüste“, so Gabriel Kunze von der SPD. Der Platz sollte für alle eine Mahnung sein, wie man in Zukunft nicht mit städtischen Freiflächen umgehen sollte. „Wir brauchen eine Lösung für den Platz“, so Kunze.

Landschaftsbauer übernimmt Pflege in Beuel

Ute Odenthal vom Amt für Umwelt und Stadtgrün versuchte, die Problematik zu erklären. Demnach würden in die Kübel Bäume gepflanzt, die schon zehn Jahre alt sind. Erst fünf Jahre später würden die Kronen einen Schattenfall erzeugen. Mit diesem Alter müssten sie allerdings auch wieder umgepflanzt werden. „Das finden wir nicht nachhaltig“, so Odenthal. In Beuel würde das mit den Kübeln funktionieren, weil es dort Paten aus dem Rathaus geben würde, erklärte sie.

Diese Erklärung war allerdings nicht ganz richtig. Denn die Pflege hat die Garten- und Landschaftsbaufirma Noack aus Niederholtorf übernommen, die sich auch um die stetige Bewässerung kümmert. Die Begrünungsaktion in Beuel wurde zudem aus dem vom Rat der Stadt Bonn beschlossenen Fonds für Aktionen und Veranstaltungen zur Wiederbelebung des Stadtbezirkszentrums Beuel mit rund 15 000 Euro bezuschusst. Die Pflege der Pflanzen wird aus dem sogenannten Feuerwehrtopf bezahlt, aus dem jeder der vier Bonner Stadtbezirke kleinere Projekte selbst bezahlen kann.

Änderungsantrag wurde mit Mehrheit angenommen

Oliver Neitzel vom Tiefbauamt machte die Gremiumsmitglieder im Verlauf der Diskussion auf einen Punkt aufmerksam, der nicht in der Stellungnahme auftauchte. Denn bei der Neuplanung des Platzes sei es ein „wichtiger Aspekt“ gewesen, dass die Sichtachse zwischen dem Pavillon des Stadtmarketings und dem Bahnhof nicht gestört werde – auch nicht durch Bäume.

Dennoch wurde am Ende der Diskussion der Änderungsantrag des BBB mit Mehrheit angenommen. Nun liegt es an der Verwaltung, den Beschluss umzusetzen.