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Bad Godesberg: Blaue Telefonzellen verschwinden aus dem Stadtbild

Bad Godesberg : Blaue Telefonzellen verschwinden aus dem Stadtbild

Seit Jahresbeginn lässt die Stadt die Stelen in Bonn nach und nach entfernen. Der Aktion war ein Rechtsstreit mit dem Betreiber vorausgegangen. Die Bad Godesberger Zellen sind nicht die einzigen, die weichen mussten.

Lange waren die blauen Telefone auf dem Theaterplatz und in der Alten Bahnhofstraße vielen Bad Godesbergern ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass die Apparate ohnehin nicht mehr funktionierten. Ihre optisch schönsten Zeiten hatten sie auch schon hinter sich gebracht. Was nicht nur an diversen Graffiti lag. Nun hat das Elend ein Ende. Die Stadt hat die Telefone entfernen lassen.

Die Bad Godesberger Zellen sind nicht die einzigen, die weichen mussten. Bereits am 14. Januar war die Stele auf dem Martinsplatz in Bonn entfernt worden. Das hatte Ratsherr Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn beobachtet. Und prompt einen Antrag zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 5. Februar gestellt, in Bad Godesberg nachzuziehen. Dort nämlich standen die Zellen Mitte Januar noch in der Fußgängerzone. Wenn aber die Telefone in Bonn bereits Geschichte sind, so die Begründung des Antrags, würden sie das ja hoffentlich auch bald im südlichsten Stadtbezirk sein.

Bevor das Gremium tagt, wurde nun bereits gehandelt. Bis es aber so weit war, war es ein steiniger Weg. Wie berichtet, hatte die Verwaltung viele Jahre lang versucht, die Säulen aus dem Stadtbild zu entfernen. Denn die Sondernutzungsgenehmigung der Firma lief im Februar 2015 aus – weil die Zellen nicht instand gehalten worden waren. Dagegen klagte die Firma beim Kölner Verwaltungsgericht. Zwar bekam die Stadt Recht, allerdings wurde Berufung eingelegt. Darüber hinaus gab es diverse Betreiberwechsel, die nicht zur Übersichtlichkeit beitrugen.

Nach Angaben der Verwaltung wurde das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht Münster schließlich im September 2019 beendet, „das Urteil bezüglich des Abbaus der Telefonzellen ist somit rechtskräftig“. Da jedoch erneut der Eigentümer gewechselt hatte, musste, so die Stadt, „zunächst dessen Anschrift im Ausland ermittelt werden“. Im Oktober erging eine finale Ordnungsverfügung. Nun werden die Stelen seit Beginn des Jahres „sukzessive abgebaut und die Fläche wiederhergestellt“.