Arbeiten beginnen im August Stadt pflanzt 25 neue Bäume in Bad Godesberg

Plittersdorf/Villenviertel · Bonn-Plittersdorf und das Villenviertel sollen grüner werden. Allerdings wird es vorher keine Bürgerversammlung geben - obwohl man mit mangelnder Transparenz in Duisdorf schlechte Erfahrungen gemacht hat.

 In der Yorckstraße sollen neue Bäume gepflanzt werden.

In der Yorckstraße sollen neue Bäume gepflanzt werden.

Foto: Axel Vogel

Bad Godesberg soll grüner werden. Zumindest, was Plittersdorf und das Villenviertel angeht. Dort sind aktuell zahlreiche Baumbeete ohne Baum, nach und nach soll sich das auf Beschluss der Bezirksvertretung ändern. Allerdings gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Weil die bestehenden Beete teilweise zu klein sind, müssen sie nicht nur neu hergerichtet, sondern auch vergrößert werden. Das hat zur Folge, dass einige Standorte entfallen.

So zum Beispiel in der Yorckstraße. Dort wird es künftig sechs Bäume weniger geben. Allerdings, so die Stadt, wird es genau so viel Grün geben wie zuvor. Denn weil die Gehölze künftig mehr Platz haben, können sich die Kronen besser entwickeln, werden größer – und kompensieren so die wegfallenden Bäume.

Parkplätze werden von den Pflanzungen nicht tangiert, so die Stadt. Sollten – unvorhergesehen – Leitungen gefunden und daher Baumbeete verschoben werden, erfolge dies so, „dass es in der Gesamtbilanz nicht zu einer Reduzierung von Parkplätzen kommt“. Das ist anders als in Duisdorf. Dort pflanzt die Stadt in der Siedlung entlang des Schieffelingswegs 42 Bäume. Für diese fallen allerdings 40 Parkplätze weg, was für Unmut in der Nachbarschaft sorgte. Nun hat die Stadt die Arbeiten dort bis Herbst pausiert, weil sich die Vegetation dieses Jahr deutlich schneller als sonst entwickele und sich die aktuelle Pflanzperiode langsam dem Ende zuneige.

Das Duisdorfer Beispiel habe gezeigt, dass die Bürger mitsprechen wollten, wenn sich vor ihrer Haustür die Infrastruktur ändere, hieß es vom Bürger Bund Bonn in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung. Der BBB beantragte daher, in Bad Godesberg eine Bürgerversammlung durchzuführen, um die Baumpflanzungen vorzustellen. Damit aber setzte er sich nicht durch, das Gremium lehnte den Antrag ab.

In Plittersdorf und im Villenviertel werden insgesamt 25 neue Bäume in elf Straßen gepflanzt. In der Kronprinzen-, der Jean-Paul- und der Plittersdorfer Straße jeweils eine Kaiserlinde, in der Dürenstraße sind es derer zwei. In der Plittersdorfer Straße wird darüber hinaus ein weiteres Baumbeet wieder besetzt, allerdings mit einer Rosskastanie. Die Anwohner der Lindenallee können sich über eine neue Krimlinde freuen, in der Bismarkallee ist es ein Spitzahorn und Am Büchel eine Rosskastanie. Die weiteren Straßen: Kolfhausstraße (zwei Scheinakazien), Hohenzollernstraße (fünf Säulen Vogelbeere) und die Mittelstraße (eine Silberlinde). Die meisten Bäume werden in der Yorckstraße gepflanzt: Dort vervollständigen acht Berg-, beziehungsweise Scharlachkirschen das Straßenbild.

Nektar für heimische Insekten

Diese Bäume bieten laut Stadt viel Nektar und Pollen für heimische Insekten „und stellen wertvolle ökologische Nischen dar“. Die meisten böten darüber hinaus „zudem auch ein breites Nahrungsangebot für Vögel und andere Wildtiere“. Ein weiterer Vorteil, so die Stadt: Die zunehmend trockenen Sommer machen ihnen nichts aus, genauso wenig wie die verschärften „Standortbedingungen im Verkehrsgrün“. Daher nennt man sie auch „Klimabäume“.

Ab August werden die Bad Godesberger Baumbeete für die Neupflanzungen parat gemacht. Bis Ende Dezember dann sollen alle Gehölze stehen. Insgesamt schlägt die Maßnahme mit rund 190.000 Euro zu Buche.

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