Gedenken an einen Impulsgeber und Freund Abschied von Pfarrer Wolfgang Picken in Bad Godesberg

Bad Godesberg · Im Seelsorgebereich Bad Godesberg hat der verstorbene Stadtdechant Wolfgang Picken viele Spuren hinterlassen. Wegbegleiter wie Udo Di Fabio und Hanns-Christoph Eiden verabschiedeten sich nach einem Gedenkgottesdienst mit persönlichen Worten.

 Gedenkgottesdienst für Pfarrer Wolfgang Picken in der Kirche Herz Jesu.

Gedenkgottesdienst für Pfarrer Wolfgang Picken in der Kirche Herz Jesu.

Foto: Alfred Schmelzeisen

Mit einem Gedenkgottesdienst und vielen persönlichen Worten haben sich die Katholische Kirche in Bad Godesberg und die Bürgerstiftung Rheinviertel am Sonntag von dem verstorbenen Bonner Stadtdechanten Wolfgang Picken verabschiedet. Picken war bis zu seinem Wechsel im Jahr 2019 Dechant in Bad Godesberg. Er hatte dort die Neuordnung der Gemeinden zu Rheinviertel, Burgviertel und Südviertel vorangetrieben und mit der von ihm gegründeten Bürgerstiftung viele Impulse für den Stadtbezirk gesetzt.

Von den Spuren, die er in Bad Godesberg hinterlässt, und von ihren persönlichen Begegnungen berichteten die Rednerinnen und Redner bei der von Musik getragenen Gedenkfeier in der Kirche Herz Jesu im Villenviertel, zu der auch die Mutter und die Geschwister des Verstorbenen gekommen waren. „Der Tod von Wolfgang Picken berührt uns auch deshalb so stark, weil er uns mit seinen Visionen berührt und mitgerissen hat“, sagte Hanns-Christoph Eiden, Vorsitzender der Bürgerstiftung Rheinviertel. Er selbst wurde von Picken gleich zu Anfang an Bord geholt, als es galt, der neu zu gründenden Stiftung einen juristischen Rahmen zu geben.

„Er war der charismatische Geistliche“

Jakob Gierlich war seit seinem zehnten Lebensjahr Messdiener und bekam vom Picken die Spitznamen „Köbes“ und „Sargnagel“. Er erinnert sich an einen zu Späßen aufgelegten Pfarrer, aber auch an prägende geistliche Erlebnisse wie eine Messe in Rom. Es sei nicht selbstverständlich, in seiner Jugendzeit einen solchen Pfarrer gehabt zu haben, dankte er.

Gertrud Lindlar vom Kindergartennetzwerk Bad Godesberg sagte, Picken sei die Arbeit in den Kitas sehr wichtig gewesen. Er war ein „strukturierter Bauherr mit gutem Gespür für Design und Funktionalität“, aber ebenso kompetent für pädagogische Konzepte. Und: „Es musste alles immer sehr schnell gehen“, sagte sie und erntete zustimmende Lacher. So zum Beispiel bei der Integration von Flüchtlingskindern. „Seine Antworten auf unsere Fragen waren mit Aktionen, Veränderungen und Taten verbunden“, verdeutlichte Lindlar.

Wegbegleiter Udo Di Fabio erinnert sich bei der Gedenkfeier in persönlichen Worten an den verstorbenen Pfarrer Wolfgang Picken.

Wegbegleiter Udo Di Fabio erinnert sich bei der Gedenkfeier in persönlichen Worten an den verstorbenen Pfarrer Wolfgang Picken.

Foto: Alfred Schmelzeisen

Der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio, Kuratoriumsmitglied der Bürgerstiftung Rheinviertel, sagte bei der Gedenkfeier etwas zu Wolfgang Picken als seinem „Freund und intellektuellen Wegbegleiter“: „Er war der charismatische Geistliche mit großer menschlicher und theologischer Tiefe.“ Die Fabio erinnerte auch an den promovierten Politikwissenschaftler Picken, der zu gesellschaftlichen Fragen Stellung bezogen und Ressourcen mobilisiert habe. „Wolfgang Picken war ein Meister des Zusammenführens von Menschen zu einem höheren Zweck, nämlich dem Zusammenwachsen von Personen zu einer Gemeinschaft“, so Di Fabio.

Bereits während des Gottesdienstes war die Kirche so voll, dass für einige Besucher nur Stehplätze blieben. Wie schon bei der Trauerfeier im Bonner Münster war die liturgische Farbe am Sonntag weiß, die Farbe der Auferstehung. „Gerade dieses Bekenntnis war ihm immer besonders wichtig“, sagte Pater Gianluca Carlin, leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Bad Godesberg. Viele hätten sich gefragt, wie viel Picken hätte noch tun, leisten und initiieren können. Es sei zu wenig, jetzt zu sagen: Wir setzen sein Werk fort. Carlin sieht einen Auftrag für die Zukunft: „Wir wollen – wie er – die aktuellen Herausforderungen ernst nehmen und vom ehemaligen Pfarrer lernen, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und sich den Fragen zu stellen, die heute wichtig sind.“

Nach dem Gedenken in Bad Godesberg sollen persönliche Worte und Erinnerungen an Pfarrer Wolfgang Picken an dessen Familie weitergegeben werden. Beiträge für das Gedenkbuch können noch bis zum 1. März per E-Mail an pfarrbuero@godesberg.com oder kontakt@buergerstiftung-rheinviertel.de abgegeben werden.

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