1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Bonn: Auto bei Fahrt auf der Südbrücke von Stein getroffen

Hoher Sachschaden : Auto bei Fahrt auf der Südbrücke von Stein getroffen

Als Reinhild Bennemann am Freitag über die Südbrücke in Bonn fuhr, traf das Autodach ein dumpfer Schlag. Vermutlich handelt es sich um einen Steinwurf.

Die Route von Pennenfeld Richtung Südbrücke und Oberkassel fährt Reinhild Bennemann regelmäßig. Als sie am Freitagnachmittag wieder einmal auf dem Weg zu einem Besuch bei ihrer Mutter war, gab es auf der Südbrücke einen dumpfen Schlag auf ihr Dach. „Im Rückspiegel habe ich dann auf der Fußgängerbrücke zwei Teenager oder junge Erwachsene gesehen, die Autos beobachteten“, erzählt die 62-Jährige, die sich beim GA meldete. Da sie auf der Brücke nicht anhalten wollte, fuhr sie zunächst weiter. Am Zielort angekommen stellte sie fest, dass es sich bei dem Geräusch wohl um einen Steinwurf  gehandelt hatte.

„Die Frontscheibe meines Kia Sportage hatte nur einen kleinen Schaden. Aber zwischen dieser und dem Panoramadach gibt es eine Glasreling die komplett gespalten war“, erklärt die Frau aus Pennenfeld. Sie  rief auf der Wache Godesberg an und beschrieb das Erlebte. „Der Beamte fragte mich dann ‚Und was soll ich jetzt tun?’, worauf ich erwidert habe, er könne ja vielleicht eine Anzeige aufnehmen“, wundert sich die Geschädigte über das Vorgehen. Schließlich habe der Polizist gesagt, wenn sie unbedingt wolle, könne sie online eine Anzeige aufgeben.

Diese sei noch nicht beim Verkehrskommissariat eingegangen, teilt der Bonner Polizeisprecher Frank Piontek auf Anfrage mit. Er rät, in so einem Fall sofort anzuhalten und die 110 zu wählen. Am Verhalten des Kollegen gebe es nichts zu kritisieren. „Gerade in Corona-Zeiten ist es sinnvoller, eine Anzeige online aufzugeben, als extra auf die Wache zu kommen“, so Piontek. Liege die Anzeige vor, werde natürlich ermittelt, kündigt er an.

Seit Dienstag nun ist Bennemanns vier Jahre alter Wagen in der Werkstatt Güttes & Jelinski in Rolandseck. „Ich würde wirklich gerne wissen, mit was geworfen wurde“, sagt Inhaber Jochen Maass. Denn die Glasreling sei auf einer Länge von einem Meter komplett gerissen. „Wenn das Objekt etwas weiter hinten eingeschlagen hätte im Panoramadach, hätte es eng werden können für den Kopf der Fahrerin“, glaubt er. Bennemann habe wahnsinnig gut reagiert, in dem sie zum Beispiel nicht das Steuer verrissen habe.

Für ihn handelt es sich um einen massiven Schaden. „Neben den Ersatzteilen geht es um viele aufwendige Einzelschritte, und wir wissen auch noch nicht, ob die Steuerkonsole fürs Panoramadach etwas abbekommen hat“, so Maass, der nun einen Kostenvoranschlag für die Versicherung der 62-Jährigen erarbeitet. „Da reden wir nicht nur von 1200 Euro oder so“, meint der Fachmann.

Die IT-Mitarbeiterin einer Bank ist zwar Vollkasko-versichert, wird aber am Ende wohl durch eine Hochstufung in der Versicherung doch für den Schaden zahlen müssen. Sie wünscht sich, dass die Polizei die Südbrücke mehr in den Blick nimmt und will gleichzeitig andere Autofahrer warnen.

Bereits im Juni rückte die Polizei zur Südbrücke aus, nachdem Unbekannte Pflastersteine von der Bahnhaltestelle auf die  A 562 geworfen hatten. Ende Juni konnte die Polizei einen Verdächtigen festnehmen.