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Bonn-Bad Godesberg: Falsche Polizisten erbeuten 22.000 Euro von Seniorin

Betrug in Bad Godesberg : Falsche Polizisten erbeuten 22.000 Euro von Seniorin

Die Polizei spricht von einer „Welle, die nicht abebbt“: Seit Wochenbeginn hat es im Bonner Stadtgebiet rund 100 Betrugsversuche von falschen Polizisten gegeben. In Bad Godesberg hatten sie am Donnerstag Erfolg.

Erst haben Telefonbetrüger in Beuel mehr als 20.000 Euro von einer Seniorin erbeutet, nun haben falsche Polizisten in Bad Godesberg erneut Erfolg gehabt: Seit Wochenbeginn nehmen die Betrugsversuche im Bonner Stadtgebiet zu, am Donnerstag haben die Betrüger eine 91-Jährige um rund 22.000 Euro gebracht.

Wie die Polizei mitteilte, meldeten sich die Betrüger gegen 9.30 Uhr bei der Frau und gaben vor, in einem aktuellen Einbruchsfall zu ermitteln. Bei den Ermittlungen hätten sich Hinweise auf die Wohnung der Frau in Bad Godesberg ergeben. Durch geschickte Gesprächsführung und wechselnde Anrufer hätten sie die Seniorin davon überzeugt, dass ihr Geld auf der Bank nicht sicher sei. Sie hob daraufhin 22.000 Euro bei ihrer Bank ab.

Zwei Frauen holten das Geld ab

In weiteren Anrufen bekam sie die Anweisung, das Geld vor der Hauseingangstür ihres Hauses zu deponieren, weil es sich dabei angeblich um Falschgeld handele. Zwei Polizeibeamtinnen würden das Geld später abholen, am Abend würde man ihr dann „richtiges Geld“ vorbeibringen, hieß es.

Zwei noch unbekannte Frauen holten das Geld schließlich gegen 14.10 Uhr ab. Dabei wurden sie vermutlich beobachtet. Zeugen haben der Polizei zufolge zwei Frauen beobachtet, die vom Wohnhaus der Seniorin weggingen und in ein dunkles Auto stiegen, das in der Jean-Paul-Straße geparkt war.

Die Verdächtigen sollen etwa 19 bis 25 Jahre alt und rund 1,70 bis 1,75 Meter groß sein. Sie hatten hüftlange und schwarze Haare und trugen einen langen Mantel. Die Polizei sucht nach möglichen Zeugen, denen die Frauen oder das Fahrzeug aufgefallen war und bittet unter der 0228/150 um Hinweise.

Rund 100 Fälle seit Wochenbeginn

Seit Wochenbeginn werden der Polizei täglich Dutzende Fälle von Betrugsversuchen gemeldet. Von Montag bis Mittwoch waren es bereits um die 50 Fälle. Allein von Donnerstagmorgen bis Freitagmittag hätten rund 40 Anwohner einen Betrugsversuch gemeldet, wie Polizeisprecher Frank Piontek auf GA-Anfrage mitteilte. „Es gibt eine Welle seit dem Wochenbeginn und es ebbt nicht ab“, sagt Piontek.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor der Betrugsmasche. Wer angerufen wird, sollte misstrauisch sein, niemals Auskünfte am Telefon geben und Unbekannten niemals Geld oder Wertgegenstände aushändigen. Die richtige Polizei befragt zudem nicht nach Bargeld und Wertgegenständen, auch nicht, wenn dringende Ermittlungen anstehen. Ein Telefonat sollte beendet werden und die Polizei über die 110 informiert werden, heißt es von den Bonner Ermittlern.