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Bonn-Bad Godesberg: Ruderer retteten gekentertes Boot

Vorfall am Wochenende : Wie Ruderer das gekenterte Boot bei Mehlem retteten

Mitglieder des Ruder-Vereins aus Bad Godesberg haben am Samstagnachmittag eine gekenterte Gruppe von Ruderern vom Rhein gerettet. Sie zogen rund 500 Kilogramm in Richtung Ufer.

Weitere Aufklärung zu der Rettungsaktion der fünf Ruderer, die am Samstagnachmittag auf dem Rhein bei Mehlem gekentert waren, konnte gestern ein Vertreter vom Ruder-Verein Pädagogium Godesberg (RVPG) liefern. Ein Zweier-Ruderboot seines Vereins sei nämlich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe der Unfallstelle gewesen. Angler hätten dann laut dem Vereinsmitglied, die Zweier-Besatzung des RVPG darauf aufmerksam gemacht, „dass 200 Meter hinter ihnen ein Ruderboot gekentert ist“. Sofort hatten sich die Vereinskameraden von Alex dann in Richtung der Unfallstelle aufgemacht: „Dort entdeckten sie ein Fünfer-Ruderboot, das kieloben trieb, und an dem sich die fünf Insassen festgeklammert hatten.“

Ohne zu zögern habe dann die Ruderfrau des Zweiers die Bugschnur des verunglückten Ruderboots geschnappt. Während die Ruderfrau die Leine festhielt, habe dann der Ruderer des Zweiers das havarierte Boot in Richtung Ufer gerudert, wo die Polizei und die Feuerwehr schon warteten, um zu helfen. „Diese Ruderaktion war schon eine sportliche Leistung von Thilo Schreiber und Sabine Wagner“, so das stolze RVPG-Mitglied: „Es mussten ungefähr 500 Kilogramm gezogen werden.“

Bei den verunfallten Ruderern handelte es sich um vier Frauen und einen Mann im Alter zwischen 41 und 64 Jahren, wie eine Sprecherin der Duisburger Polizei, zu der die Wasserschutzpolizei gehört, am Montag erklärte. Vier der fünf Ruderer hatten sich laut ihrer Aussage bei dem Unfall leicht verletzt, etwa durch Unterkühlungen.

Wie zu erfahren war, soll das Fünfer-Ruderboot gekentert sein, weil es zuvor einem Schubschiff versucht hatte auszuweichen. Ausweislich von Beschädigungen am Ausleger des Ruderboots soll es das Schubschiff zumindest gestreift haben. Die Wasserschutzpolizei in Duisburg war bereits am Samstag von einem Zusammenstoß als Unfallursache ausgegangenen. Auch die Duisburger Polizeisprecherin bestätigte: „Das Ruderboot soll mit einem Frachtschiff kollidiert sein.“ Ob das Ruderboot allerdings durch Wellen oder einen direkten Kontakt mit dem Frachtschiff gekentert ist, müsse noch ermittelt werden.

Aufschluss könnte eine Befragung des an dem Unfall beteiligten Schiffsführers geben. Denn laut Duisburger Polizei ist das beteiligte Frachtschiff mittlerweile bekannt. „Allerdings kann es sein, dass der Schiffsführer den Unfall gar nicht mitbekommen hat“, gab die Duisburger Polizeisprecherin zu bedenken.