Bad Godesberger Stadtgeschichte Aennchen Schumacher war Godesbergs erste Influencerin

Bad Godesberg · Aennchen Schumacher liegt auf dem Burgfriedhof begraben. Die „Lindenwirtin“ wusste nicht nur mit trunkenen Männern umzugehen, sondern sich auch auf erstaunliche Weise selbst zu vermarkten.

Aennchen Schumacher liegt zusammen mit ihren Eltern und ihrer Halbschwester auf dem Burgfriedhof begraben.

Aennchen Schumacher liegt zusammen mit ihren Eltern und ihrer Halbschwester auf dem Burgfriedhof begraben.

Foto: Ebba Hagenberg-Miliu

An diesem Sonntagnachmittag des Jahres 1885 war die Stimmung im Gasthaus der Schwestern Schumacher-Rieck unterhalb der Godesburg besonders ausgelassen. Die Jüngere, Anna Schumacher (1860-1935), liebevoll „Aennchen“ gerufen, kümmerte sich um den Service. In der Küche sorgte Halbschwester Gertrud Rieck, genannt „Träudelchen“ (1850-1921), dafür, dass neben dem Bataillon an Flaschenbier das Buffett aus Schnittchen mit „Klosterkäse und Leberwurst“ nicht zur Neige ging, wie „Aennchen“ sich 1929 in ihrer Autobiografie erinnerte. Über drei Jahrzehnte liefen die Geschäfte des „Gasthofs zum Godesberg“ prächtig. Und das vor allem dank der täglich bis zu 500 Studenten der Bonner Universität, die sich zu Fuß oder per Bahn nach Godesberg aufmachten.

Ein Exemplar von Aennchens Kommersbuch.

Ein Exemplar von Aennchens Kommersbuch.

Foto: Uwe SChaak