Krieg gegen die Ukraine Gruppe demonstriert vor russischem Generalkonsulat in Schweinheim

Update | Schweinheim · Eine Gruppe von rund 60 Personen hat am Mittwoch gegen den Krieg in der Ukraine vor dem russischen Generalkonsulat in Bonn-Schweinheim demonstriert. In der Nacht zuvor waren Schmiererein an dem Gebäude aufgetaucht.

Rund 60 Personen haben am Mittwoch in Bonn gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine demonstriert.

Rund 60 Personen haben am Mittwoch in Bonn gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine demonstriert.

Foto: Axel Vogel

Mit roter Farbe haben Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch einen der Eingänge des russischen Generalkonsulates mit einem großen roten Z-Symbol besprüht. Die Farbe ist teilweise verlaufen – sie soll Blut darstellen. Die Unbekannten wollten so gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine demonstrieren. Ein Polizeisprecher bestätigte dem GA, dass gegen 3.30 Uhr insgesamt drei Graffiti aufgefallen seien. Bereits am Morgen waren zwei der drei Z-Symbole entfernt worden. Die Bonner Polizei hat eine Anzeige und Ermittlungen aufgenommen. Für die Graffiti hätten die Unbekannten das Gelände des Konsulats nicht betreten.

Einige Stunden später, gegen 9.30 Uhr, versammelten sich rund 60 Demonstranten vor dem russischen Generalkonsulat, um zu demonstrieren – einen Zusammenhang zwischen den Graffiti und der Demo gebe es nicht, so die Polizei. Anlass für die Demonstration ist der Jahrestag des Kriegsbeginns am Freitag. Da das Konsulat am Donnerstag und Freitag geschlossen hat, wurde der Mittwoch als Demonstrationstag ausgewählt. Mit ukrainischen Fahnen, Schildern, Sprechchören und mehreren Leichenattrappen demonstrierten die Menschen. Auf den Leichenattrappen lagen Schilder mit der Aufschrift „Russlands Söhne“.

Unter dem Motto „Wir blasen Putin den Marsch“ wurden sie dabei musikalisch vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Bad Godesberg unterstützt. Ebenfalls vor Ort war eine Abordnung des Bad Godesberger Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen.

„Wir sind heute hier, um gegen den brutalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu protestieren“, erklärte der Bad Godesberger Nico Pappe, Anmelder der Demonstration. „Ich würde mir wünschen, dass die russische Bevölkerung Zivilcourage zeigt und sich gegen den Diktator Putin auflehnt. Ich bin persönlich der Meinung, dass die russische Bevölkerung eine Mitverantwortung hat. Ein Staat ist nicht nur die Regierung, sondern auch das Volk des Landes“, so Pappe weiter. Es gebe genügend Stimmen in Russland, die sich gegen den Krieg aussprächen.

Besucher des Konsulats reagierten auch teilweise auf die Demonstration. Die Reaktionen fielen dabei unterschiedlich aus. „Einige nicken uns freundlich zu, anderen halten den Daumen hoch“, so Pappe. Das passiere allerdings immer nur auf der Straßenseite der Demonstration, da das Gelände selbst von Kameras überwacht wird. Allerdings seien die Demonstranten von anderen Besuchern beschimpft worden.

Die Demonstration verlief friedlich, allerdings liefen gegen 12.15 Uhr Teilnehmer der Demonstration auf die Straßenseite des Konsulats, was nach Rücksprache mit der Polizei eigentlich nicht passieren sollte. Die Demonstranten brachten Ballons in den Farben der ukrainischen Flagge am Zaun des Konsulats an und warfen Girlanden auf das Gelände. Die Polizei ging dazwischen.

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