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Bonn: Diese Kunst ist in Bad Godesberg bei einem Spaziergang zu sehen

Geigender Geiger und nackte Nymphe : Kunstspaziergang durch Bad Godesberg hat einiges zu bieten

Der Hastige übersieht sie leicht. Was Kunst im öffentlichen Raum betrifft, hat der Stadtbezirk Bad Godesberg einiges zu bieten.

In Bad Godesberg lassen sich Kunstwerke entdecken, die dem Vorbeieilenden auf seinem täglichen Weg zur Arbeit verborgen bleiben mögen. Dabei gibt es zwischen Kurfürstenallee und Rheinufer auf einer Reise durch Alt-Bad Godesberg und das Villenviertel manches Juwel zu entdecken.

 Geiger mit Frau und Kind. Künstlerin: Christiane Opiela, Aufstellung: 1992, Ort: Kurfürstenallee vor der Musikschule.
Geiger mit Frau und Kind. Künstlerin: Christiane Opiela, Aufstellung: 1992, Ort: Kurfürstenallee vor der Musikschule. Foto: Niklas Schröder

An der Musikschule in der Kurfürstenallee stellen drei Bronzeskulpturen am Eingang des Gebäudes eine beinahe alltägliche Szene nach. Der „Geiger mit Frau und Kind“ wurde von Christiane Opiela (1941-2009) entworfen und 1992 vor der Musikschule aufgestellt.

 Begegnung heißt dieses Kunstwerk.
Begegnung heißt dieses Kunstwerk. Foto: Niklas Schröder

Folgt man der Allee in Richtung Haus der Redoute lässt sich auf der rechten Seite ein Kunstwerk aus dem Orient ausmachen: Die Hethitische Sonnenscheibe. Bei der Skulptur handelt es sich um eine monumentale Nachbildung einer 1935 in Alaca Höyük/Türkei ausgegrabenen hethitischen Kupfer-Standarte. Sie wurde von Künstler Metin Yurdanur geschaffen und war ein Geschenk der Türkei an die Bundestadt Bonn anlässlich der 2000-Jahr-Feier. Die Skulptur ist mit religiösen Symbolen verziert, sie wird von zwei Hörner getragen und der äußere Rand ist mit elf Blüten geschmückt.

 Hethitische Sonnenscheibe Künstler: Metin Yurdanur, Ort: Kurfürstenallee 2-3.
Hethitische Sonnenscheibe Künstler: Metin Yurdanur, Ort: Kurfürstenallee 2-3. Foto: Niklas Schröder

Vor dem Haus der Redoute lässt sich ein bekanntes Wahrzeichen ausmachen: Die Godesberger Nymphe. Die Nymphe wurde 1912 durch den Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947) geschaffen und war ein Geschenk der Familie Karl von Heydt an die Stadt Godesberg. Sie stand von 1912 bis 1949 an der Mündung des Godesberger Bachs und wurde 1988 an der Redoute aufgestellt.

Weiter geht es rechts ab in die Straße am Am Kurpark. In dem rechts gelegenen Teilabschnitt des Kurparks liegt auf Felsen der „Knabe an der Quelle“. Die Skulptur wurde von Naoum Aronson (1872-1943) geschaffen und 1905 von der Familie Wendelstadt für die Gemeinde Godesberg gestiftet. Für den Brunnen hat der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg eine Patenschaft übernommen.

Um zur nächsten Station zu gelangen, passiert der Spaziergänger den Fußgängerüberweg in die Gasse Am Michaelshof. An der Ecke Theaterplatz/ Michaelshof kommt es dann zur „Begegnung“. Die bronzene Skulptur des Brutalismus am Ledigenheim der Reutersiedlung wurde 1952 auf dem Theaterplatz, Ecke Michaelshof, aufgestellt. Die Vergabepraxis des öffentlichen Auftrags war seinerzeit umstritten. Künstlerin: Eva de Maizière. Ort: Ecke Theaterplatz/ Michaelshof.

 Poetischer Titel: Jugend als Bewahrer der Welt. Künstler: Heinz Feuerborn, Aufstellung: 2003, Ort: Alte Bahnhofstraße.
Poetischer Titel: Jugend als Bewahrer der Welt. Künstler: Heinz Feuerborn, Aufstellung: 2003, Ort: Alte Bahnhofstraße. Foto: Niklas Schröder

Am Michaelplatz klettert auf der linken Seite der Treppenbrunnen von Gottfried Böhm die roten Stufen hinauf. Der wurde 1980 am Aufgang zum damaligen Altstadtcenter eingeweiht. Seine Form erinnert an einen künstlichen Bach, der circa fünf Meter lang sein soll und aus Basaltlava und Backstein besteht.

Weiter führt der Weg über den Theaterplatz in die Alte Bahnhofstraße. Auf Höhe von der Epi-Boulangerie sieht man hier eine besondere Brunnenfigur: Fünf junge Menschen stehen mit offenen Armen um eine Erdkugel. Das Kunstwerk „Jugend als Bewahrer der Welt“ wurde vom Bonner Maler und Bildhauer Heinz Feuerborn (1930-2018) geschaffen und an jenem Standort 2003 aufgestellt.

 Die Bild-Banner an der Turnhalle der Otto-Kühne-Schule zeigen Schüler-Arbeiten aus verschiedenen Jahrgängen zum Thema Sport und Bewegung.
Die Bild-Banner an der Turnhalle der Otto-Kühne-Schule zeigen Schüler-Arbeiten aus verschiedenen Jahrgängen zum Thema Sport und Bewegung. Foto: Niklas Schröder

Der Spaziergang folgt nun der Unterführung in Richtung Rheinallee. Der Straßenverlauf durch das Villenviertel zieht sich nun einige hundert Meter, ehe man rechts in den Otto-Kühne-Platz abbiegt. Kaum zu übersehen sind in der Nebenstraße neun Bild-Banner an der Turnhalle der Otto-Kühne-Schule. Sie zeigen seit Beginn des Schuljahres „brandaktuelle und sehr ausdrucksstarke“ Schülerarbeiten aus verschiedenen Jahrgängen. Zum Thema Sport und Bewegung hat es hierzu einen entsprechenden Wettbewerb im Fachbereich Kunst und Werken gegeben. Aus den Arbeiten hat sich nun ein gelungenes Gesamtkunstwerk gebildet. Aufstellung: 2021, Ort: Otto-Kühne-Platz 2.

 Die Bronze Jugend als Bewahrer der Welt.
Die Bronze Jugend als Bewahrer der Welt. Foto: Niklas Schröder

Zurück in der Rheinallee, folgt man dem Straßenverlauf in Richtung Rheinufer. Am Anlegesteg der Godesberger Fähre angekommen, bietet sich dem Spaziergänger ein von der Natur geschaffenes Kunstwerk: Das Siebengebirge. Eine Tafel, die am Von-Sandt-Ufer in Flussrichtung eingelassen ist, bildet den Schlusspunkt des Kunstspaziergangs. Die Tafel wurde 2008 vom Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (VHH) gestiftet und von Reinhard Pfotenhauer entworfen. Sie listet die verschiedenen Anhöhen des Siebengebirges auf.